Mittwoch, 20. Mai 2009

Weiterer Spionageskandal - KIK

Netto, Lild, Schlecker und jetzt KIK - wo kann man heute noch arbeiten, ohne sein Privatleben zwangsweise den Filialleitern preiszugeben? Das Tochterunternehmen von Tengelmann mit derzeit 2700 Filialen in sechs Ländern Europas mit rund 18000 beschäftigen Mitarbeitern hat einen Jahresumsatz von knapp 1,5 Milliarden Dollar zu verbuchen. Offenbar sind dort massenweise schwerstkriminelle Angestellte beschäftigt, da man nun die Veranlassung dazu sieht, alle Mitarbeiter auf ihre Verschuldung zu überprüfen.

Die offizielle Begründung lautet, dass man sicherstellen wolle, dass Arbeitnehmer mit negativen Einträgen nicht in "sensiblen Arbeitsbereichen" wie zum Beispiel Kassiertätigkeiten eingesetzt werden.

Die Datenschutzbeauftragte hat den Sachverhalt überprüft, liess aber dann verlauten, dass die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit rechtsgültig sei, sofern ein berechtigtes Interesse bestehe.

"Berechtigtes Interesse".

Eine Phrase, die als Ausrede für alles gelten kann. Nichts, was man nicht hineininterpretieren könnte.

Man behandelt uns jetzt schon, als gäbe es offiziell keinen Datenschutz und keine Grundrechte mehr. Auch wenn sie eh schon so gut wie abgeschafft sind, so kann man doch wenistens den Anstand besitzen, mit solchen Aktionen zu warten, bis die Aufhebung amtlich wird. Politiker sind so unhöflich.

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