Mittwoch, 27. Mai 2009

Bundeskabinett wieder auf der Seite der Waffenlobby

Das Bundeskabinett hat sich heute dazu entschlossen, das Waffenrecht in Deutschland zu verschärfen. Jedoch wieder eine ziemlich nutzlose Entscheidung, die nichts bewirkt, weil sie nicht wirklich etwas verändert. Die schärferen Kontrollen und höheren Altersgrenzen sind lediglich Placebopolitik, die nichts an der Situation ändert. Statt sich mit der entscheidenden Frage der Verbannung von Schusswaffen aus Privathaushalten auseinanderzusetzen, drückt sich die Budesregierung weiterhin vor dieser Entscheidung, um sich nicht mit der Waffenlobby anzulegen. Auch hier scheint ihnen die Sicherheit der Bürger in großem Stile egal zu sein, wenn man sieht, wie sie kleinbeigeben, statt zum Beispiel ihre Lehren aus Winnenden zu ziehen.

Angesichts der Millionen Schusswaffen in deutschen Haushalten sind diese minimalen Änderungen, sogenannte "Verschärfungen", definitiv untaugliche Mittel. Das einzige, was die Regierung damit bezweckt, ist ihren Traum vom Kontrollstaat weiter auszubauen, und mehr staatliche Kontrolle bei Waffenbesitzern zu haben. Dabei schreckt man auch keineswegs davor zurück, erneut in die Grundrechte einzugreifen ( Unverletzlichkeit der Wohnung ... dieses Mal ...)

Wenn überhaupt sinnvoll etwas gegen die Problematik von Schusswaffen getan werden kann, dann sollte man sie vollständig aus Privathaushalten verbannen und lediglich zentral in Safes der Schützenvereine lagern. Das ist de facto die einzige Möglichkeit, Waffen dem spontanen Zugriff zu entziehen. Anstatt ewig und grundlos Killerspiele zu verteufeln, sollten sie mal darüber nachdenken, dass ein solches Waffenverbot Aktionen wie dem Amoklauf in Winnenden oder familiären Bluttaten eine wesentliche Voraussetzung genommen wird, und die Täter es massiv schwerer haben.

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet ein weitgehendes Verbot von Waffen in Privatbesitz. Umso schlimmer, dass die Regierung Partei für die Waffenlobby ergreift, statt einzusehen, dass Bürger in einem Land sicherer sind, je schwerer der Zugang zu Waffen ist. Doch statt dieser Einsicht Geltung zu verschaffen umschifft man weiterhin das Hauptproblem und tut nichts, was der Reduzierung von Waffen in Privathaushalten zuträglich sein könnte.

Kommentare:

  1. Glauben Sie wirklich , das wenn man die Waffen Komplett Verbieten wuerde ,Ihre Sicherheit steigt? Da gehoert dann aber schon ein grosses Mass an naivitaet dazu. Jede 2. Waffe in Deutschland ist illegal. Nach einem Verbot wahrscheinlich jede 1,5te. Ich bin in der Sache eigentlich ganz unbeteiligt. Was in Winnenden passiert ist, ist sicherlich traurig gewesen. Es wird aber mit einem Schusswaffenverbot nicht aufhoeren nur weil es legal keine mehr gibt.
    Viel mehr sollte man sich mal ueber die Erziehung und den Umgang mit unseren Kindern heutzutage unterhalten. Fuer mich ist das ein Hauptgrund fuer die Zunahme solcher Taten. Haben Sie vor 1998 schonmal von Amoklaeufen der heutigen Qualitaet gehoert? Damals war das Waffengesetz sehr viel lockerer und trotzdem ist es nicht passiert.

    Und nein , ich gehoere nicht der Waffenlobby an. Manchmal sollte man halt trotz der Tragik des ganzen anfangen nachzudenken als wie ein Hund zu Klaeffen.

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  2. Manchmal sollte man auch anfangen, richtig zu lesen, statt wie ein Hund zu kläffen, lieber Anonym.

    Ersten: Niemand sagt etwas von einem Komplettverbot. In meinem Artikel geht es um Privathaushalte, und da haben nunmal imho Waffen nichts zu suchen.

    Zweitens: Weder behaupte ich, dass das nicht-existente Waffenverbot ursächlich für Winnenden ist, noch behaupte ich, dass schlagartig nach einem Vebot Gewalt aufhören und Deutschland zum Wattewölkchen werden wird. Ich sage lediglich, dass dadurch EINE wesentliche Vorraussetung genommen wird, und das ist eine Tatsache - keine Naivität.

    Aber es ist ja so leicht, immer nur GEGEN alles zu sein.

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  3. Nun, Sie Schrieben: "der Verbannung von SchussWaffen aus den Privathaushalten". Das kommt einem Komplettverbot gleich. Kaum ein Verein koennte dann noch ueberleben, weil er naemlich die Waffen bewachen lassen muesste. Das kann ein Verein nicht leisten. Aber fuer Leute mit der richtigen Kriminellen Energie wird es dann noch leichter an Material zu kommen. Schon heute steht im Gesetz das die Waffen in einem Waffenschrank und die Munition getrennt davon aufzubewahren ist.Wenn sich jeder daran halten wuerde waeren wir schon wieder ein Stueck weiter ohne etwas aendern zu muessen. Deswegen finde ich die geplanten Kontrollen nicht verkehrt.

    Ich habe Ihr 2. nicht behauptet sondern es der Vollstaendigkeit halber erwaehnt. Sie sagen aber das damit eine Voraussetzung genommen wird und dem ist in meinen Augen nicht so. Die ueberwiegende Mehrheit der Leute bewahren die Waffe nach Vorschrift und ordentlich auf.Und damit gibt es in meine Augen auch keine Voraussetzung mehr dafuer.

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  4. Ich kann dem ganzen nur zustimmen.
    Zu Herrn Anonym kann man nur sagen, dass 1. Anonyme Überwachungsfanatiker nicht mehr lange anonym sind, wenn es in unserem Staat so weitergeht und 2. Die Waffen bewachen lassen ?!? Was ist dass denn für ein geistiges Tiefflugargument? Als ob man einen eingemauerten Stahlwaffenschrank mal so einfach beim Einstieg durchs Fenster unter den Arm packt und mitnimmt.Weiterhin ist der Hinweis der Trennung von Waffen und Munition ja wohl auch in einem Schützenverein zu realisieren, wenn das die Allheillösung sein soll.

    Dieter Nuhr würde sagen: Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten!

    Vorallem ist es niemals ein Fehler vor dem Einschalten des Mundwerks (in diesem Falle der Tastatur) einfach mal das Hirn einzuschalten.

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