In England ist es nun so: Wer dort Kontakt zu Kids hat, muss sich registrieren lassen. So will man nun wirksam gegen Pädophile vorgehen. Das ganze ist die Reaktion auf einen Doppelmord an zwei Mädchen vor sieben (!!) Jahren. Ist doch auch logisch. Der Pädophile will sich gerade ein Kind vom Spielplatz klauen, denkt sich aber in letzter Minute "Ach scheisse, die Registrierung!" Um Missverständnisse zu vermeiden, gleich mal die dortige Definition von "Kontakt":
"Häufigen Kontakt" zu Kindern hat dort, wer bereits einmal im Monat in die Nähe von Kindern kommt, die nicht seine eigenen sind. Alle diese müssen sich bei der Behörde registrieren lassen. Ab dreimal monatlich ist es dann "intensiver Kontakt". Das neue Register soll dann über 11 Millionen Briten umfassen. Wer sich weigert, zahlt 5000 Pfund und wird ins Strafregister eingetragen. Die ISA erhält das Recht, jedem Menschen den Kontakt zu Kindern zu verbieten wenn SIE meint, ein Risiko zu entdecken.
Diese Risiken seien unter anderem: "schwere emotionale Einsamkeit" oder "impulsive, instabile oder chaotische Lebensführung" oder gar "Verwendung berauschender Substanzen". Wenn mir vielleicht mal jemand erklären könnte, was das mit Pädaophilie zu tun hat? Naja, also ich wäre jedenfalls schon mal höchst verdächtig. D.h. eine Kindergärtnerin, die einen individuellen Lebensstil hat und sich abends ihr Gläschen Rotwein gönnt, die verliert ihren Job, weil sie den Kontakt zu Kindern verboten bekommt. Wer die Nachbarskinder mal mit zur Schule nimmt, beim Fußballtraining aushilft oder die Hausaufgaben betreut, muss sich auch registrieren lassen.
Und das ist noch nicht alles, denn JEDER ist verdächtig. Es ist nicht mal notwendig, das 14-seitige Formular auszufüllen, mit dem mutmaßliche Täter gemeldet werden. Hinweise aus der Öffentlichkeit oder Zeitungsberichte können als Grundlage dienen für die ISA, aktiv zu werden.
Außerdem erstellen alle ISA-Mitarbeiter Risiko-Profile von verdächtigen Personen und dürfen dazu "Interessen, Einstellungen, Beziehungen und Lifestyle" untersuchen.
Einem Kriminalkommissar wurde sogar verboten, seinen neunjährigen Enkel bei einem Fußballspiel zu fotografieren. Bereits gemachte Aufnahmen musste er löschen.
Ich kotze bei soviel Paranoia!
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Donnerstag, 8. Oktober 2009
An alle meine Twitter Follower
Scheisse. Sorry für die Obszönität, aber ich kann es nicht besser ausdrücken. Mit meinem Twitteraccout stimmt etwas nicht mehr. Ich empfange weder Tweets von meinen Gefollowten, noch könnt ihr meine Tweets sehen, obwohl ihr mir ganz offiziell noch folgt. Nur wenn ihr das Twitterprofil aufruft. Aber Updates erhaltet ihr keine mehr. Weiß nicht, was da passiert ist. Kennt jemand das Problem?
So wie es aussieht, muss ich mir einen neuen Account anlegen und 900 Leute wieder zusammensuchen. Bitte habt Verständnis, dass das erstmal ne Weile dauern wird ...
Ich werde euch hier mitteilen, wie der neue Account heißt, dass ihr mich wieder findet.
Was für ne Scheisse.
Edit 1: Habe gerade mal eine Person ge-unfollowt und gleich wieder gefollowt --> erhalte wieder Updates dieser Person. Aber das ganze 900 Mal??
Edit 2: Ein Freund hat es nun getestet. Wenn ihr mich auch erst un-followt und dann gleich wieder followt, erhaltet ihr meine Tweets wieder.
Edit 3: Erfahre gerade beruhigenderweise, dass ich nicht die einzige bin mit Twitterproblemen. Scheint was technisches zu sein und (hoffentlich) nicht von Dauer. FIX THIS OR DIE. (Ich glaube Sascha Lobo war es im Juli).
So wie es aussieht, muss ich mir einen neuen Account anlegen und 900 Leute wieder zusammensuchen. Bitte habt Verständnis, dass das erstmal ne Weile dauern wird ...
Ich werde euch hier mitteilen, wie der neue Account heißt, dass ihr mich wieder findet.
Was für ne Scheisse.
Edit 1: Habe gerade mal eine Person ge-unfollowt und gleich wieder gefollowt --> erhalte wieder Updates dieser Person. Aber das ganze 900 Mal??
Edit 2: Ein Freund hat es nun getestet. Wenn ihr mich auch erst un-followt und dann gleich wieder followt, erhaltet ihr meine Tweets wieder.
Edit 3: Erfahre gerade beruhigenderweise, dass ich nicht die einzige bin mit Twitterproblemen. Scheint was technisches zu sein und (hoffentlich) nicht von Dauer. FIX THIS OR DIE. (Ich glaube Sascha Lobo war es im Juli).
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Piratenpartei Mitgliedsausweis
So, jetzt reichts mir. Ich warte doch nicht 10 Jahre, um ein Billigding wie er es hat in den Händen zu halten. Wo bleibt die Qualität?
Wer die Bastelanleitung will ... hat Pech. Steht unter meinem Patent. Haha!
*Für Bastelpatente*
Für Interessierte: Der Text ist allerdings cc.
Edit: Ein C hat sich zu viel eingeschlichten. Arg.
*Gegen Cs*
Dienstag, 6. Oktober 2009
Sanktionen wegbloggen
"Das können die doch nicht machen. Ein bisschen was MÜSSEN die dir doch zahlen!"
Wie oft habe ich alleine unter meinem Bekanntenkreis diese oder eine ähnliche Aussage gehört, wenn es um das Thema Hartz4, ALG, Leistungen und Sanktionen geht. Hier eine allumfassende Kollektivantwort für alle, denen obiger Satz so oder in ähnlicher Form auch schonmal über die Lippen kam bzw. in Gedanken herumirrt:
"Müssen sie, ja. Tun sie aber nicht."
Und selbst das "müssen" ist eher moralisch denn gesetzlich zu verstehen, da es z.B. allein im letzten Jahr knapp 100.000 Mal dazu kam, dass unter 25-jährigen (der Rest nicht mitgezählt!) die "Leistungen" um 100% gekürzt wurden. Und das völlig legal. Gründe dafür sind vermeintliche oder tatsächliche Verstösse gegen die Auflagen.
Kleine Anekdote aus meinem Privatleben ... ein sehr guter Freund wurde zu einem "Bewerbungskurs" über 2 Wochen verdonnert. Wenn er keine Arbeit hat, kann es ja nur daran liegen, dass er zu blöd ist, sich korrekt zu bewerben. Thema: Wie bewerbe ich mich richtig im Internet. Eigentlich wollte er gar nicht hingehen, aber da er weiß, dass er netzversiert ist, wollte er sich das bisschen Spaß gönnen und nahm teil. Ende vom Lied waren u.a.:
So, und wenn man nun z B. an diesen hilfreichen Kursen nicht teilnimmt, bekommt man Saktionen auferlegt = Das Geld, was schon am Existenzminimum orientiert ist, wird nun NOCH mehr gekürzt. Wenn der normale Regelsatz bereits das staatlich festgelegte Existenzminimum ist, wo ist man dann, wenn es noch weniger ist? Bei 100%-iger Kürzung ist man dann nicht nur zum Verhungern verurteilt (es sei denn Bekannte, Freunde,Tafeln oder Volksküchen springen ein) , sondern verliert ebenfalls Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie die Kosten für Unterkunft. Ohne Dach, ohne Gesundheitsversorgung und ohne Essen - das nennt der Staat noch menschenwürdig?
Ich mache mit bei der Initiative Sanktionen wegbloggen, um gemeinsam mit anderen solidarischen Blogs eine unter vielen Fehlentwicklungen in der Gesellschaft zu korrigieren.
Wie oft habe ich alleine unter meinem Bekanntenkreis diese oder eine ähnliche Aussage gehört, wenn es um das Thema Hartz4, ALG, Leistungen und Sanktionen geht. Hier eine allumfassende Kollektivantwort für alle, denen obiger Satz so oder in ähnlicher Form auch schonmal über die Lippen kam bzw. in Gedanken herumirrt:
"Müssen sie, ja. Tun sie aber nicht."
Und selbst das "müssen" ist eher moralisch denn gesetzlich zu verstehen, da es z.B. allein im letzten Jahr knapp 100.000 Mal dazu kam, dass unter 25-jährigen (der Rest nicht mitgezählt!) die "Leistungen" um 100% gekürzt wurden. Und das völlig legal. Gründe dafür sind vermeintliche oder tatsächliche Verstösse gegen die Auflagen.
Kleine Anekdote aus meinem Privatleben ... ein sehr guter Freund wurde zu einem "Bewerbungskurs" über 2 Wochen verdonnert. Wenn er keine Arbeit hat, kann es ja nur daran liegen, dass er zu blöd ist, sich korrekt zu bewerben. Thema: Wie bewerbe ich mich richtig im Internet. Eigentlich wollte er gar nicht hingehen, aber da er weiß, dass er netzversiert ist, wollte er sich das bisschen Spaß gönnen und nahm teil. Ende vom Lied waren u.a.:
- Teilnehmer, die eigentlich schon einen Job hatten
- Teilnehmer, die so wenig Deutsch konnten, dass sie ihre Enkel als Dolmetscher mitbringen mussten
- Fahrtkostenanträge, die man auch ausfüllen musste, wenn man gar nicht wollte (weil man 20 m neben dem Kursgebäude wohnt und eh nichts erhalten würde)
- Kursleiter, die komplett im falschen Kurs waren, währenddessen die echte Leiterin nicht auffindbar war
- die "echte" Kursleiterin, die (sic - nicht übertrieben) nicht wusste, wo sie einen URL einzugeben hatte und nach eigener Aussage nur mit Rechnern arbeiten konnte, auf denen Google installiert ist (aber den Teilnehmern zeigen soll, wie man sich im Netz richtig bewirbt)
So, und wenn man nun z B. an diesen hilfreichen Kursen nicht teilnimmt, bekommt man Saktionen auferlegt = Das Geld, was schon am Existenzminimum orientiert ist, wird nun NOCH mehr gekürzt. Wenn der normale Regelsatz bereits das staatlich festgelegte Existenzminimum ist, wo ist man dann, wenn es noch weniger ist? Bei 100%-iger Kürzung ist man dann nicht nur zum Verhungern verurteilt (es sei denn Bekannte, Freunde,Tafeln oder Volksküchen springen ein) , sondern verliert ebenfalls Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie die Kosten für Unterkunft. Ohne Dach, ohne Gesundheitsversorgung und ohne Essen - das nennt der Staat noch menschenwürdig?
Ich mache mit bei der Initiative Sanktionen wegbloggen, um gemeinsam mit anderen solidarischen Blogs eine unter vielen Fehlentwicklungen in der Gesellschaft zu korrigieren.
Sonntag, 27. September 2009
Piraten, die nicht Piraten wählen ...
Aus gegebenem Anlass muss ich sagen, dass ich von einigen sehr enttäuscht bin, mit denen ich ursprünglich fest gerechnet hatte. Ich möchte niemanden an die Wand stellen, daher weder Namen noch Links ... aber sollte sich jemand angesprochen fühlen: Du bist nicht der einzige. Es geht um ein paar Mitglieder der Piratenpartei, die bis dato händeringend um die Gunst ihrer Partei geworben haben und nun damit auffallen, dass sie dazu aufrufen, doch bloß jemand anderen zu wählen. (Wohlgemerkt, keine Piratengegner, sondern aktive Mitglieder).
Ich möchte einmal ein paar Punkte aufgreifen, die von diesen Piraten als Gründe angeführt werden, warum sie ihre eigene Partei nicht wählen und warum das auch kein anderer tun soll. Das könnte ein längerer Artikel werden.
Ich möchte hier niemanden überzeugen ... mir ist klar, dass ich eure Meinung eh nicht ändern werde. Ich will nur die Gelegenheit nutzen, meine Enttäuschung auszudrücken und dass ich damit definitiv nicht konform gehe.
1. Die Piratenpartei verkommt zum Trend und hat zu viele Mitglieder, die nicht aktiv mitarbeiten, sondern nur um der Coolness Willen in der Partei sind.
Genau diese Leute brauchen wir! Wie viel Prozent der CDU-Wähler glaubt ihr, arbeiten aktiv in der CDU mit? In jeder Partei gibt es Mitläufer und Nichtwisser, und in jeder Partei machen die einen ganz großen Satz an Stimmen aus. Ihr könnt nicht erwarten, nur von denen gewählt zu werden, die ihre ganze Zeit aufopfern und jede Zeile des Wahlprogrammes bis aufs Blut kennen und piraten-versiert sind. Wenn dem so wäre, würdet ihr bis in alle Ewigkeiten klein und einflusslos am Boden rumkrebsen, weil ihr mit diesen "aktiven und versierten"Leuten kein einziges Prozent erreicht. Jetzt nicht - und nicht in vier Jahren. Wenn ihr das erwartet, könntet ihr auch gleich sagen "Es dürfen nur die zur Wahl gehen, die auch Ahnung haben." Ihr wolltet Stimmen - dann beschwert euch jetzt nicht darüber, wenn welche kommen.
2. Der Goßteil der Mitglieder ist zu jung und hat keine Ahnung vom Leben.
Genau diese jungen Leute sind es, die Veränderung wollen und dazu fähig sind, diese auch herbeizuführen! Wollt ihr wirklich, dass in der Piratenpartei größtenteils dicke, alte Säcke mit Maßkrügen rumhocken, die zwar 50 Jahre Lebenserfahrung aber nicht mal den Elan mitbringen, einmal täglich ihre Emails abzurufen? Also wenn ich jung bin, habe ich keine Erfahrung. Und wenn ich keine Erfahrung habe, soll ich nicht wählen?! Was spricht dagegen, eine Studenten-Mehrheit zu haben? Welche Erfahrungen fehlen ihnen denn? Aber offenbar holt ihr euch lieber Leute mit Lebenserfahrung und ohne Gehirn, als frischen Nachwuchs, der voller Elan, Aktivismus ist und selbst denken kann. Genau das ist meiner Meinung nach nötig - und genau da kommt die Erfahrung her (und NICHT von 20 Jahren Selbstständigkeit oder Führungsposition im Job!)
3. Die Piraten diskutieren nur theoretisch über Probleme in der Gesellschaft, packen aber praktisch die Probleme nicht an und vergammeln stattdessen vor dem PC.
Kurze Frage: Wie möchtet ihr denn diese Probleme anpacken, ohne politischen Einfluss? Eben. Und wie kommt man an politischen Einfluss? Genau, durch Wähler. Zweite kurze Frage: Wen hast du in den letzten Monaten auf der Straße gesehen? Etwa die CDU mit Fahnen? Die FDP mit Schildern und Parolen? Oder gar eine andere der Parteien? Nein, die PIRATEN! Wie viele Aktionen gab es allein in der Frankfurter Innenstadt. Wie viele Demos. Wie viele Infostände.
4. Die Piraten sind total desorganisiert und alles findet im Chaos statt.
Wir sind eine junge Partei und haben einen unglaublich plötzlichen Hype erfahren. Keiner hätte in dieser kurzen Zeit eine Ordnung und Organisation wie in anderen Parteien hinbekommen. Erinnert euch an die Grünen! Waren die etwa organisiert am Anfang? Also das als Argument anzuführen, eine Partei nicht zu wählen, finde ich absurd. Klar, Organisation ist wichtig. Aber die wird sich entwickeln wie bei allen anderen auch. Wer halt von heute auf morgen Perfektion erwartet muss eben seine Ansprüche runterschrauben.
5. Viele Piraten fallen durch ihr Verhalten negativ auf, obwohl sie Repräsentanten der Partei sind.
Besser durch ein paar blöde Kommentare o.ä. auffallen, als durch Dienstwagenaffären, Spendenaffären und Korruption - oder? Es wird IMMER schwarze Schafe geben, die meinen, sich unnötig wichtigmachen zu müssen. Aber was die machen ist Kinderkram, der keinen normal denkenden Menschen davon abbringen wird, die Ziele der Partei infragezustellen. Im Gegenteil - genau dafür stehen wir doch. Demokratie und Meinungsfreiheit ohne Grenzen. OHNE Grenzen. Und ganz davon abgesehen ... macht es einen besseren Eindruck, als Repräsentant der Partei laut du deklarieren, dass man die eigene Partei nicht wählt und auch andere das nicht tun sollten? Also wenn ich Sympathisant wäre würde ich mir JETZT ganz sicher nicht mehr überlegen, beizutreten.
Wie schon gesagt, das soll weder als persönliche Anfeindung gegen irgendjemanden verstanden werden, noch möchte ich irgendwas in den Dreck ziehen. Ich bin nach wie vor überzeugt von meiner Partei und deren Potential für die Zukunft und ICH stehe dazu, dass ich mein Kreuz der Piratenpartei gegeben habe. Es bringt nichts, immer nur von "ändern" zu quaken, allen vorzuwerfen, dass alles nur "theoretisch" stattfindet, und dann aber selbst den gleichen Quark wie eh und je zu wählen. Irgendwo muss man anfangen.
Ich verstehe wirklich nicht, wie man bis vor einer Woche noch Wahlkampf machen kann und von heute auf morgen so seine Meinung ändern kann. Oben genannte Punkte waren vor Monaten und Wochen bereits dieselben, und dass die sich innerhalb von 2 Wochen nicht ändern, müsste jedem klar sein. Warum also erst Energie in Überzeugung, Wähler, Mitglieder stecken um dann kurz vorher alle wieder abzuwerben und den Schwanz einzuziehen?
Ich möchte einmal ein paar Punkte aufgreifen, die von diesen Piraten als Gründe angeführt werden, warum sie ihre eigene Partei nicht wählen und warum das auch kein anderer tun soll. Das könnte ein längerer Artikel werden.
Ich möchte hier niemanden überzeugen ... mir ist klar, dass ich eure Meinung eh nicht ändern werde. Ich will nur die Gelegenheit nutzen, meine Enttäuschung auszudrücken und dass ich damit definitiv nicht konform gehe.
1. Die Piratenpartei verkommt zum Trend und hat zu viele Mitglieder, die nicht aktiv mitarbeiten, sondern nur um der Coolness Willen in der Partei sind.
Genau diese Leute brauchen wir! Wie viel Prozent der CDU-Wähler glaubt ihr, arbeiten aktiv in der CDU mit? In jeder Partei gibt es Mitläufer und Nichtwisser, und in jeder Partei machen die einen ganz großen Satz an Stimmen aus. Ihr könnt nicht erwarten, nur von denen gewählt zu werden, die ihre ganze Zeit aufopfern und jede Zeile des Wahlprogrammes bis aufs Blut kennen und piraten-versiert sind. Wenn dem so wäre, würdet ihr bis in alle Ewigkeiten klein und einflusslos am Boden rumkrebsen, weil ihr mit diesen "aktiven und versierten"Leuten kein einziges Prozent erreicht. Jetzt nicht - und nicht in vier Jahren. Wenn ihr das erwartet, könntet ihr auch gleich sagen "Es dürfen nur die zur Wahl gehen, die auch Ahnung haben." Ihr wolltet Stimmen - dann beschwert euch jetzt nicht darüber, wenn welche kommen.
2. Der Goßteil der Mitglieder ist zu jung und hat keine Ahnung vom Leben.
Genau diese jungen Leute sind es, die Veränderung wollen und dazu fähig sind, diese auch herbeizuführen! Wollt ihr wirklich, dass in der Piratenpartei größtenteils dicke, alte Säcke mit Maßkrügen rumhocken, die zwar 50 Jahre Lebenserfahrung aber nicht mal den Elan mitbringen, einmal täglich ihre Emails abzurufen? Also wenn ich jung bin, habe ich keine Erfahrung. Und wenn ich keine Erfahrung habe, soll ich nicht wählen?! Was spricht dagegen, eine Studenten-Mehrheit zu haben? Welche Erfahrungen fehlen ihnen denn? Aber offenbar holt ihr euch lieber Leute mit Lebenserfahrung und ohne Gehirn, als frischen Nachwuchs, der voller Elan, Aktivismus ist und selbst denken kann. Genau das ist meiner Meinung nach nötig - und genau da kommt die Erfahrung her (und NICHT von 20 Jahren Selbstständigkeit oder Führungsposition im Job!)
3. Die Piraten diskutieren nur theoretisch über Probleme in der Gesellschaft, packen aber praktisch die Probleme nicht an und vergammeln stattdessen vor dem PC.
Kurze Frage: Wie möchtet ihr denn diese Probleme anpacken, ohne politischen Einfluss? Eben. Und wie kommt man an politischen Einfluss? Genau, durch Wähler. Zweite kurze Frage: Wen hast du in den letzten Monaten auf der Straße gesehen? Etwa die CDU mit Fahnen? Die FDP mit Schildern und Parolen? Oder gar eine andere der Parteien? Nein, die PIRATEN! Wie viele Aktionen gab es allein in der Frankfurter Innenstadt. Wie viele Demos. Wie viele Infostände.
4. Die Piraten sind total desorganisiert und alles findet im Chaos statt.
Wir sind eine junge Partei und haben einen unglaublich plötzlichen Hype erfahren. Keiner hätte in dieser kurzen Zeit eine Ordnung und Organisation wie in anderen Parteien hinbekommen. Erinnert euch an die Grünen! Waren die etwa organisiert am Anfang? Also das als Argument anzuführen, eine Partei nicht zu wählen, finde ich absurd. Klar, Organisation ist wichtig. Aber die wird sich entwickeln wie bei allen anderen auch. Wer halt von heute auf morgen Perfektion erwartet muss eben seine Ansprüche runterschrauben.
5. Viele Piraten fallen durch ihr Verhalten negativ auf, obwohl sie Repräsentanten der Partei sind.
Besser durch ein paar blöde Kommentare o.ä. auffallen, als durch Dienstwagenaffären, Spendenaffären und Korruption - oder? Es wird IMMER schwarze Schafe geben, die meinen, sich unnötig wichtigmachen zu müssen. Aber was die machen ist Kinderkram, der keinen normal denkenden Menschen davon abbringen wird, die Ziele der Partei infragezustellen. Im Gegenteil - genau dafür stehen wir doch. Demokratie und Meinungsfreiheit ohne Grenzen. OHNE Grenzen. Und ganz davon abgesehen ... macht es einen besseren Eindruck, als Repräsentant der Partei laut du deklarieren, dass man die eigene Partei nicht wählt und auch andere das nicht tun sollten? Also wenn ich Sympathisant wäre würde ich mir JETZT ganz sicher nicht mehr überlegen, beizutreten.
Wie schon gesagt, das soll weder als persönliche Anfeindung gegen irgendjemanden verstanden werden, noch möchte ich irgendwas in den Dreck ziehen. Ich bin nach wie vor überzeugt von meiner Partei und deren Potential für die Zukunft und ICH stehe dazu, dass ich mein Kreuz der Piratenpartei gegeben habe. Es bringt nichts, immer nur von "ändern" zu quaken, allen vorzuwerfen, dass alles nur "theoretisch" stattfindet, und dann aber selbst den gleichen Quark wie eh und je zu wählen. Irgendwo muss man anfangen.
Ich verstehe wirklich nicht, wie man bis vor einer Woche noch Wahlkampf machen kann und von heute auf morgen so seine Meinung ändern kann. Oben genannte Punkte waren vor Monaten und Wochen bereits dieselben, und dass die sich innerhalb von 2 Wochen nicht ändern, müsste jedem klar sein. Warum also erst Energie in Überzeugung, Wähler, Mitglieder stecken um dann kurz vorher alle wieder abzuwerben und den Schwanz einzuziehen?
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