Dienstag, 21. Juni 2016

Haben wir zwei Herzen?

Das Herz ... wir berufen uns immer wieder auf das Herz. "Tief im Herzen weiß ich" .... "von Herzen!" ... "da lacht das Herz" ... "es zerbricht mir das Herz" ... was meinen wir damit?

Irgendwie leben wir in einem System, in dem wir uns einbilden, dass Gefühle, Empfindungen und Phantasien von Herzen kommen. Aber unser "Herz" ist nur eins: eine Pumpe. Alles was wir fühlen, empfinden und denken ist auf unseren Kopf beschränkt. Auf Hunderte von Zentren, die alles steuern.

Das muss man sich erstmal bewusst machen! Emotionen sind im Kopf. Bewusstsein hingehen nicht, im Gegenteil, unser Kopf ist vielmehr im Bewusstsein. Im riesengroßen, unendlichen Sein. Während Emotionen, Ansprüche, Wünsche im Kopf stattfinden. Irgendwann werden sie austrocknen, und unser Kopf wird für immer von der Erde verschwinden. Nicht so unser Sein, denn dieses ist nicht in uns enthalten, sondern wir in ihm. Es ist unendlich größer als wir.

Unsere Gefühle, Gedanken und Emotionen kommen von außen. Diese ganzen Dinge, mit denen unser Kopf zugestopft ist, werden von außen manipuliert. Sie haben nichts mit uns zu tun. Unsere einzige Sünde ist die, dass wir uns damit identifizieren.

Vielleicht ist dieses ganze Theater ums Herz aber auch nur erfunden worden, weil man eine Erklärung für die Liebe gesucht hat, weil sie uns so nervös macht. Unsere über Jahre erworbenen Fähigkeiten liegen im bewussten Bereich unserer Wahrnehmung, die Liebe hingehen kommt aus dem Unbewussten, und deshalb wissen wir nicht, was mir mit ihr tun, und wie wir mit ihr umgehen sollen. Sie überwältigt uns, deshalb haben wir Angst vor Emotionen.

Nur im Kopf leiden wir und sind unglücklich. Wir haben alle möglichen Sehnsüchte, Wünsche, Vorstellungen - lauter Projektionen. Unser wahres Selbst aber ist dahinter. Wir verwechseln Sentimentalität gerne mit Spiritualität. Aber Emotionen sind genauso mentale Prozesse wie Gedanken. Egal wie emotional wir werden, wieviele Tränen wir vergießen, spirituell wird es dadurch trotzdem nicht. Auch Tränen sind körperlich, eine Aufruhr unserer physischen Energien. Wo ist also dieses Herz, auf das sich alle berufen?

Montag, 13. Juni 2016

Das Ego - eine Lüge

Das "Ego" ist nicht real. Es gibt überhaupt kein "Ego".  Es ist nur eine Illusion, eine Vorstellung von einem separaten "Ich", das unabhängig von allem anderen besteht. Dabei hat es mit unserem "Ich" überhaupt nichts zu tun, es ist sogar das komplette Gegenteil. Es ist eine Täuschung, die uns von der Gesellschaft gegeben wurde, damit wir ein Spielzeug haben, mit dem wir uns beschäftigen können, währenddessen wir nicht auf die Idee kommen, nach der Wahrheit zu fragen.

In unserer Gesellschaft wird der einfache Mensch nicht als erstrebenswertes Ziel angesehen. Das Ziel kann er auch gar nicht sein, weil jeder Mensch von Geburt an einfach ist. Jeder von uns ist mit einem reinen, authentischen Selbst geboren.  Doch dann wurden nach und nach falsche Selbste in uns erzeugt. Du bist Christ, Muslime, ein Schwarzer, ein Hesse! Man gibt uns Namen. Namen, mit denen wir Ehrgeiz und andere Konditionierungen verknüpfen.

Schließlich verbringen wir knapp ein Drittel unseres Lebens damit, uns von Schule, Kirche, Betriebe und Universitäten unser Ego aufbauen zu lassen. Und bis wir dann von der Arbeit kommen, haben wir unser natürliches, unschuldige Selbst längst vergessen. Wir haben uns ein überdimensionales Ego erarbeitet, mit Auszeichnungen und Titeln, Dr. summa cum laude.


Dieses Ego will nur eines: immer überall an der Spitze sein. Es hat viele Wünsche und hohe Ambitionen, während es uns ausbeutet und uns den Blick auf unser wahres Selbst verbaut. Warum ist das einfach sein für uns nicht wünschenswert? Weil die Elite möchte, dass wir krank bleiben. Gesund und heil zu sein, einfach zu sein, liegt nicht in ihrem Interesse, weil wir dann eine Gefahr für ihre Machtgelüste sind. Deshalb wollen wir nicht einfach sein. Niemand will ein Niemand sein.

Werden macht krank, Sein ist gesund. Von dieser Erfahrung schmecken allerdings die wenigsten - einfach, gesund und glücklich zu sein. Denn das gestattet uns die Gesellschaft nicht, und deshalb kennen wir nur diese eine Form von Existenz, nämlich die des "Ego". Man impft uns ein, wir müssten wie Jesus werden.

Und genau da muss man vielleicht anfangen: alles verwerfen, was die Gesellschaft uns eingeredet hat, was wir sind. Das alles bin nicht ich - denn nur ich selbst kann wissen wer ich bin. Nicht meine Lehrer, nicht ein Priester, nicht Ärzte und auch nicht meine Eltern. Außer mir wird niemandem Zutritt zu einem wahren Wesen gewährt, deshalb kann alles, was man mir über mich erzählt, nur falsch sein!

Das Ego ist also nicht nur nicht real, sondern es richtet auch eine ganze Menge Unheil an. Es bringt uns Kriege, Ängste, Konflikte, Neid und Eifersucht. Wir sind depressiv, fühlen uns als Versager und vergleichen uns ständig mit anderen. All das tut schrecklich weh, denn alles können wir nicht haben. Die da ist schöner, der da ist reicher, und sowieso wissen sie alle mehr als ich. Ihr meint das tut euch weh? Nein. Das tut euch weh wegen eures Egos.  Wegen dieser großen Lüge, die ihr als Wahrheit akzeptiert habt.


Das alles im Interesse der Elite. Stellt euch mal vor, wie dieses olympische Gerangel auf der Welt plötzlich zum Stillstand kommen würde, wenn jeder sich bewusst würde, dass er auch ohne Ego sein kann. Doch mit unserem Streben nach Macht, Geld und Ansehen suchen wir uns immer neue Stützen, um die Illusion aufrecht zu erhalten. Wir wissen zwar, dass der Tod es irgendwann alles vernichtet, aber dennoch hoffen wir weiter, denn es könnten ja alle sterben außer wir selbst. Was in gewisser Weise ja auch stimmt, denn immer nur sehen wir die anderen sterben. Doch all diese Leute haben es genauso gesehen, der Tod ist gekommen, und hat ihre Fiktion zerstört.

Wer schon einmal meditiert hat der weiß: im reinen Augenblick kann man bei sich kein Ego finden. In der puren Gegenwart gibt es nur stille Freude, stilles, reines Nichts. Das führt zu einer gewissen Demut, weil man zwangsläufig erkennt, dass es sowas wie "Identitäten" gar nicht gibt. Nur an der Oberfläche haben wir Namen und eine Identität, aber wenn man ins Zentrum schaut verschwindet das alles - es bleibt ein universelles Sein.

Momente dieses Seins finden wir z.B. im traumlosen Schlaf. Auch wenn der von 8 Stunden nur etwa 2 ausmacht - dann regenerieren wir uns, denn dann gibt es keine Gedanken und Träume.  Ebenso wie in Momenten großer Gefahr, weshalb es für uns auch so eine Faszination birgt, sich gefährlichen Situationen auszusetzen. Der Verstand kann nur denken, solange wir sicher sind. Die Gefahr macht uns spontan, und dann erkennen wir, dass wir nicht das Ego sind. Auch wer einen Sinn für Schönheit und Ästhetik hat kann hier eine offene Türe finden. Ein schöner Mensch, ein Sonnenuntergang, eine Seerose - sobald etwas von uns Besitz ergreift vergessen wir uns selbst und das Ego entgleitet uns (so flüchtig ist es im Grunde!). Deshalb achtet mehr auf diese Augenblicke, und schafft Situationen in denen sie passieren.



Sonntag, 12. Juni 2016

Der Gute-Nachrichten-Sonntag No.6

Und hier kommenden die erfreulichen Neuigkeiten der Woche:
  • Durch Nanopartikel-Filterung wurde eine neue Methode zur Entgiftung von Wasser entdeckt.
  • Der Bartgeier ist nach einstiger gnadenloser Ausrottung in der Wildbahn zurück - in den letzten 30 Jahren wurden über 200 Exemplare, unter anderem aus Andalusien, in den Alpen ausgesetzt.
  • Im kommenden Jahr soll das erste faltbare Smartphone auf den Markt kommen.
  • Pro Jahr werden nun 20 % weniger Alzheimer-Neuerkrankungen verzeichnet.
  • Die EU-Umweltagentur und die EU-Kommission haben Deutschland erneut Spitzenwerte bei der Wasserqualität bescheinigt - sowohl bei den Badegewässern, als auch bei Nord- und Ostseeküste sowie den meisten Flüssen und Seen.
Also, freut euch ihr Säcke ✌️ 

Sonntag, 5. Juni 2016

Gute Nachrichten Sonntag No. 5

Er ist wieder da - der Gute-Nachrichten-Sonntag! Nach 6 Jahren Pause wird es echt mal wieder Zeit für ein paar positive vibes. Aaaalso, diese Woche vermelde ich folgende höchst erfreuliche Begebenheiten:


  • In Neuseeland gelten nun alle Tiere per Gesetz als empfindungsfähige Wesen mit Gefühlen wie wir Menschen
  • In Lübeck wird gerade ein Schiff gebaut (die "Seekuh"), die den Job hat das Meer von herumtreibendem Plastikmüll zu befreien
  • Venezuela verbietet gentechnisch verändertes Saatgut
  • Im Hamburg sinken die Mietpreise für Wohnungen und Häuser stetig
  • Abschaffung der Störerhaftung: Künftig kann man sein WLAN für andere freigeben, ohne für den Missbrauch zu haften!
  • Ubisoft will Tom Clancys The Division in die Kinos bringen ;)
  • Forscher haben den genetischen Ursprung von Multipler Sklerose entdeckt
Naa, ist das nix?!

Freitag, 3. Juni 2016

Interview mit dem Dalai Lama - der wirkliche Inhalt

Schonmal jemandem aufgefallen, dass der Dalai Lama scheinbar ein Interview über Flüchtlinge in Deutschland gegeben hat? Hat sich jemand mal die Mühe gemacht und es gelesen? Nein?

Dann hier die große Überraschung: Von den 17 ihm gestellten Fragen befassten sich genau .... eine mit der Flüchtlingskrise. Die anderen, hochinteressanten Sachen, werden dank einseitiger Berichterstattung in sämtlichen Medien völlig in den Hintergrund gedrängt. Man WILL uns dieses Thema mit Gewalt aufzwingen wo es nur geht, wozu? Auch interessant ist die die Umdeutung vieler seines Satzes  "Deutschland kann kein arabisches Land werden." in "Deutschland darf kein arabisches Land werden." Na, wer merkt den Unterschied?

Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, hier einmal ein paar andere Aussagen des Dalai Lama in dem Interview, die ebenso interessant für die Berichterstattung wären:

  • Er lebt seit über 57 Jahren in der Freiheit Indiens. Eine Rückkehr nach China wäre für ihn zwar vorstellbar, aber solange er das Gefühl hat in Indien mehr zu bewirken, wird er dort bleiben und möchte auch dort sterben. Dabei hat er nicht das Gefühl, die Tibeter im Stich zu lassen, im Gegenteil, diese Ansicht sieht er als feudalistisches Gedankengut.
  • Er könnte eventuell der letzte Dalai Lama sein, und kann damit auch absolut leben, wenn diese Institution abgeschafft wird. Die Entscheidung dazu liegt allein beim tibetischen Volk.
  • Im Jahr 2001 hat er bereits einen Teil der politischen Führung abgegeben, die ein Dalai Lama traditionell als weltlicher und spiritueller Führer hat. 2011 schließlich ist er von sämtlichen politischen Aufgaben zurückgetreten und hat seine weltliche Führung freudig und mit Stolz abgegeben. 
  • Dennoch befürchtet er, dass die Tibeter ohne seine Führung teilweise zu Gewalt greifen könnten.
  • Die Äußerungen des Dalai Lama zum Thema Reinkarnation werden von der chinesischen Regierung als Blasphemie bezeichnet, obwohl es das größte buddhistische Land der Welt ist.
  • Der ältere Bruder des Dalai Lama hatte Verbindungen zur CIA und war der maßgebliche Drahtzieher zur Ausbildung einiger Tibeter für den bewaffneten Widerstand und die Bildung einer Art Guerilla-Organisation. Hiervon distanziert er sich jedoch.
  • Für ihn gibt es aber durchaus Situationen, in denen Gewalt gerechtfertigt ist. Er würde beispielsweise die Sünde des Mordes in Kauf nehmen, wenn er mit einem Mord 499 andere Personen vor dem Tod bewahren könnte.
  • George W. Bush war ein guter Freund des Dalai Lama, und hatte in seinen Augen tatsächlich nur das Ziel, Demokratie in den Irak zu bringen und eine Person zu eliminieren. Dass er jedoch dabei die falschen Mittel wählte, das erkennt auch sein "guter Freund" an.

Wer sich noch weiter dafür interessiert, was der Dalai Lama aus erster Hand berichtet, dem kann ich ein Buch aus meinem Regal empfehlen. "Das Buch der Menschlichkeit: Eine neue Ethik für unsere Zeit" ist ein Leitfaden, mit dem man lernt, jeden Tag sein Leben etwas glücklicher zu gestalten. Hier erklärt der Dalai Lama quasi in einfachen Worten (auch für eher "kopflastige", nicht nur für Abgehobene und Esoteriker) worum es ihm geht, ohne dabei zu religiösen Heilslehren zu greifen. Er appelliert stattdessen an das logische Denken und die Vernunft des Lesers.