Montag, 25. Mai 2009

Die wahrhaftige Mauer zwischen Arm und Reich

Dass die große Spanne zwischen Arm und Reich existiert und sich ihr Ausmaß immer drastischer verschlimmert, ist kein Geheimnis. Brasilien schiesst nun allerdings den Bock ab: Rio hat vor, eine 2 Meter hohe und 15 Kilometer lange Mauer um 40 Favelas zu bauen, alles unter dem Deckmantel des Schutzes vor Abholzung. Rund 1,5 Millionen Menschen, mit denen die Wohlhabende Gesellschaft Rios für kein Geld der Welt in Kontakt treten würde, werden so durch diese Mauer abgeschottet. Diese Viertel werden von den meisten Bewohnern Rios als "Schandfleck im Straßenbild" bezeichnet und die geplante Mauer ist nicht der erste Fall von sozialer Trennung in Brasilien.

Sowohl die Bewohner wehren sich gegen das Projekt, als auch vermuten Menschenrechts-Gruppen eine strikte Trennung von Arm und Reich als Grundambitionen für die Mauer. Diese Illusion von Sicherheit, die den Menschen gegeben wird, indem man ihnen sagt, dass man den unkontrollierbaren Wildwuchs der Armenviertel unter Kontrolle halten wolle um den Regenwald zu schützen, kann jedoch nicht alle überzeugen. Durch diesen Mauerbau werden etwa 600 Häuser in den Favelas zerstört und das ganze Projekt beläuft sich auf über (umgerechnet) 14 Millionen Euro.

Wer glaubt denn den Vorwand des Abholzschutzes wirklich? Man kann es nicht verleugnen, dass die wahre Motivation einer Mauer um ein Elendsviertel darin liegt, Ein- und Ausgänge zu kontrollieren, wo Arbeitslose wohnen, die die Reichen und Mittelständler mit Bettelei belästigen.

Wie lange wird es dauern, bis unsere Politiker einen Vorwand finden, alle Hatz4ler in Vierteln unterzubringen, die dann durch Zäune und Mauern vom Rest der Bevölkerung getrennt sind? Arbeit anzunehmen zu Hungerlöhnen und mit unterirdischen Bedingungen zwingt man sie ja bereits. Das ist das Konzept der Stunde: Nutzlose Fresser einfach nicht mehr alimentieren.

Es ist ja nicht so, dass wir keine Arbeit hätten in Deutschland. Sie will nur keiner ordentlich bezahlen. Aber kein Problem - dafür gibt es ja die Krise! Danach werden wir nämlich dermaßen viele arbeitslose Menschen zu Verfügung haben, dass die Politiker keine Schwierigkeiten haben werden, ein Gesetz zu erlassen, das genau diese Menschen zu moderner Sklavenarbeit zwingt. Wenn man es genau nimmt, haben wir die ja schon errichtet. Spätestens seit Einführung der 1-€-Jobs.

Die Geschichte hat gezeigt, dass man Menschenrechte nur erwarten kann, solange genug Kapital vorhanden ist. Rechte kosten Geld. Sobald die Wirtschaftlichkeit sinkt und die Finanzkrise steigt, gibt es der Ausreden und Vorwände genug, die Grund- und Menschenrechte außer Kraft zu setzen. Auch das hat die Geschichte mehrfach bewiesen.

Genauso wie die Wahlen dieses Jahr, ist auch Köhlers Aufruf, Direkte Demokratie in Deutschland zu betreiben, nur ein medienträchtiger Hollywoodeffekt und Volksberuhigung.

1 Kommentar:

  1. 0 kommentare zu so einem bericht
    scheint manchmal ein einsamer kampf zu sein
    aber sehr sympatisch
    ihre horrorszenarien
    weiss nich wo sie wohnen aufgewachsen sind oder was fuer menschen sie kennen
    niemand zieht hier mauern hoch
    der versuch die armen ,die asylanten und die potentiell sowie die tatsaechlich weniger sozialen draussen zu halten finden statt
    aber hey - niemand zieht hier mauern hoch
    trotzdem selbst in kleinen grossstädten wird schonmal ne plattenbausieglung hinterm huegel an den stadtrand gesetzt wenigstens 20 minuten fussweg von den schicken einfamillienhäusern entfernt und unter grosser selbstbeweihräucherung der verantwortlichen ueber die geschaffenen arbeitsplaetze am eingang ein supermarkt eroeffnet ,damit die insassen doch bitte grad da bleiben.und der dortige abenteuerspielplatz macht nebenher zu ,ohne grosses aufsehen zu erregen
    wieso auch
    gibt ja noch das freundliche jugendzentrum fuer die bald ohnehin nichtmehr so unschuldigen kleinen.

    lang her das ich nen koherränten text geschrieben hab

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