Mittwoch, 11. Februar 2009

Ein kleines Ständchen für große Menschen - Darwin und Lincoln werden 200

Morgen (oder gleich heute) feiert die Menschheit gleich zwei 200. Geburtstage von Persönlichkeiten, die einem im Gedächtnis bleiben sollten. Deshalb heute ein kleiner "tribute to".

Hat Gott die Tiere eines nach dem anderen erschaffen? Diese Frage stellte sich e
iner der berühmtesten Forscher aller Zeiten vor ca. 150 Jahren - Charles Darwin. Diese Frage bezieht sich auf absolute Grundsätze der Religion, daher will ich darauf auch gar nicht näher eingehen, weil das ein Thema für sich wäre. Statt ihn zu kritisieren könnten wir zum Beispiel auf seinen großen Beitrag eingehen, den er für die Biologie geleistet hat. Denn Zweifel plagten auch Darwin, als er damals sein Werk über die Entstehung der Arten veröffentlichte. In einem Brief an einen seiner Kollegen schrieb er: „Inzwischen bin ich (ganz im Gegensatz zu meiner ursprünglichen Meinung) beinahe überzeugt davon, dass die Arten nicht (es ist, als gestehe man einen Mord) unveränderlich sind."

Wie hart muss das für ihn gewesen sein, wenn er es mit einem Mordges
tändnis vergleicht. Es war ein Mord an einem Wesen, das vielleicht nur in den Köpfen der Menschen existierte, das aber die Kirche und die Gesellschaften entschieden verändert hat. Schliesslich war es soweit: eine Revolution! Nachdem zwei Jahrzehnte voller Zweifel und Bedenken vergangen waren, veröffentliche er letztlich doch sein Werk. Die Annerkennung der Wissenschaft hatte er. Hatte er doch eine Lehre entworfen, die das komplette Konzept Gott durch das Konzept Natur ersetzt.

Nun hat man das komplette Jahr 2009 zum Darwin-Jahr ausgerufen (was den wenigsten aufgefallen sein dürfte). Darwins Lehre, die Arten hätten sich bis heute in einem langen Prozess aus sich selbst heraus entwickelt, fand und findet nahezu überall Anklang. Nur die Anhänger des Kreationismus, des biblischen Schöpferglaubens, können sich bis heute nicht damit anfreu
nden.

Ich möchte mich hier auf niemandes Seite stellen und irgendeine Meinung bewerten, ich möchte nur sagen, dass Darwin definitiv einen großen Beitrag für die Biologie geleistet hat. Und wie wir gesehen haben war selbst er von Zweifeln geplagt.



Und noch ein weiteres Geburtstagskind haben wir zu feiern. Der allseits berühmte und bekannte US-Präsident Abraham Lincoln. Die handgeschriebene
Original-Textfassung seiner letzten Rede wurde bei einem New Yorker Auktionshaus für über 3 Millionen Dollar versteigert. Niemals hat jemand einen höheren Preis für ein Dokument der US-Geschichte gezahlt. Diese Rede hatte der damalige Präsident am 11.April 1865 gehalten, in der er dazu aufrief, die Südstaatler, die durch den Bürgerkrieg bereits stark benachteiligt waren, nicht so hart zu bestrafen. Naja, drei Tage später hat ihn einer dieser Südstaatler erschossen. Man sieht: die Welt war vor knapp anderthalb Jahrhhunderten auch nicht gerechter als heute. Da macht man sich für etwas stark und erntet nur Undank. Pah.

Trotz allem (oder gerade deshalb) wird Lincoln noch heute von den Amerikanern verehrt und hat es bis zum "beliebstesten Präsidenten aller Zeit" geschafft. Auch der hiesige US-Präsident Obama hat sein Vorbild in Lincoln gefunden und sogar seinen Eid auf Lincolns Originalbibel geschworen. Das größte Plus in seinem Amt war wohl sein Einfühlungsvermögen. Kein anderer konnte sich so gut in sein Publikum hineinversetzen und die Zuhörer für seine Ideen begeistern. Bleibt zu hoffen, dass Obama in diesem Vergleich mithalten kann ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen