Samstag, 14. Februar 2009

Valentinstag - Ein Herz für Kommerz


"Schenkt mehr Blumen während des Lebens, auf den Gräbern sind die vergebens". So heisst es im Volksmund. Aber muss das denn gerade am 14. Februar sein?

Der Name geht offenbar auf einen Heiligen zurück, St. Valentin. Dieser hat wohl Paare getraut. Das Besondere jedoch war, dass er viele Trauungen heimlich vollzogen hat, da er hauptsächlich Paare getraut hat, die gesellschaftlich gesehen niemals ihre Liebe hätten ausleben können.

Ist jemand in den letzten Tagen mal durch die Stadt gegangen oder durchs Netz gesurft? Schaufenster wie Internet quellen über von Geschenktipps und Sonderangeboten. Der alljährliche Blumenstrauß ist für die meisten bereits Routine. Und da wir ja so hochmodern und reich sind, ist es schon lange nicht mehr genug, einfach nur Blumen oder Pralinen zu schenken. Immer häufiger werden diese noch begleitet von edlen Schmuckstücken oder anderen Luxusgütern. Kurz: KOMMERZ PUR! Irgendwann zwischen siebzehntem und achzehntem Jahrhundert muss der Handel im Valentinstag seine Chance erkannt haben und hat zwischen die tote Zeit während Weihnachten und Ostern ein weiteres exorbitantes Datum geschoben.

Ist das nicht schrecklich, wie man Gefühle so kommerzialisieren kann? Wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind müssen wir doch zugeben, dass Geschenke an diesem Tag oft nur überreicht werden, weil es eben erwartet wird. Warum kann man nicht mal am 3.Juni, am 22. März oder am 6. August Blumen schenken oder zum Essen einladen? Jeder Tag, an dem man jemandem zeigt, dass man an ihn denkt ist ein Valentinstag.

Ich hätte mal eine Frage an all die, die heuer mit Geschenken überhäuft werden. Könnt ihr euch darüber von ganzem Herzen freuen? Ich persönlich freue mich über Aufmerksamkeiten nämlich dann, wenn die freien Herzens und von alleine kommen. Nicht erst nach wochenlangen Werbemaßnahmen um das schlechte Gewissen zu bereinigen. Zwang und Krampf auf beiden Seiten - ist das Romantik? Und wo bleibt überhaupt diese "Überraschung"? Gerade das ist doch der Teil am Schenken, über den wir uns am meisten freuen. Jemand denkt an uns, wenn wir es nicht erwartet haben. Geschenke am 14. Februar gibt es aus Pflichtgefühl .... nicht mehr als Überraschung ...

Blumen und Pralinen kann man das ganze Jahr über kaufen. Läden haben immer geöffnet. Gegen Präsente außerhalb dieses Tages (aus freiem Willen und EIGENEM Antrieb!) wird sich wohl keiner wehren.

Gestern hat sich ein Bekannter von mir darüber beschwert, dass immer nur die Männer die Frauen beschenken zum Valentinstag. Er kenne keinen einzigen Mann, der etwas bekomme. Wikipedia sagt dazu folgendes:

"Während das Jahr über hauptsächlich Frauen Blumen kaufen, sind es am Valentinstag überwiegend Männer. Die Preise vor allem für rote Rosen steigen zu diesem Anlass stark an."


Also liebe Männer, nehmt euch ein Beispiel an uns! Wohingehen wir uns das ganze Jahr bemühen euch unsere Liebe zu zeigen, meint ihr das genügt einmal im Jahr - nämlich heute.


[Wo und warum der Valentinstag gesetzlich verboten ist lest ihr in meinem anderen Artikel.]

Kommentare:

  1. Also was den Satz "Ist das nicht schrecklich, wie man Gefühle so kommerzialisieren kann?" angeht, möcht ich meinen, dass da nix kommerzialisiert wird. Gefühle wurden nicht kommerzialisiert, der Kommerz hat sie verdrängt.
    Gefühlsbekundungen für jemanden, jetzt mal völlig egal, ob man einander liebt oder befreundet ist, werden doch immer seltener. Die Tatsache, dass man nur an solchen Tagen wie heute oder an anderen Feiertagen noch emotional reagieren kann ist nur ein Indiz dafür. Dass die Gesellschaft heute zunehmend auseinander läuft, ein anderes (sozial, finanziell, usw.).
    SChöne Gesellschaft haben wir da, selbst zu unfähig sich zwischen purer Emotionalität und Gefühlskälte zu entscheiden.

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  2. Also, dann möchte ich die Quote ein wenig verbessern, denn ich habe durchaus von meiner Liebsten etwas bekommen.

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