Montag, 8. Juni 2009

Geld für Nachrichten zahlt sich nicht aus

Von der BILDzeitung abwertend als "Gaga-Verein" bezeichnet, war die Piratenpartei bei der Europawahl doch für eine Überraschung gut. Der Gaga-Verein erreichte in Deutschland immerhin 0,9 %, die Schweden schickten die junge Partei sogar mit einem Sitz ins Europaparlament. Dazu Gratulation!

Die dpa will natürlich Uptodate sein und hatte die Absicht zu erklären, wer diese Piraten überhaupt sind. Nur schade, dass sie dieser Absicht in keinster Weise gerecht wurden. Sie veröffentlichten folgenden Text:

Schwedische Internet-Piraten im EU-Parlament

Bei den Europawahlen in Schweden hat die für kostenlose Downloads aus dem Internet eintretende Piratenpartei aus dem Stand 7,4 Prozent der Stimmen geholt. (…) Hintergrund für die Kandidatur war die Verurteilung von vier Verantwortlichen der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay wegen Verletzung des Urheberrechts. Die Börse ermöglicht das kostenlose Herunterladen von Musik, Filmen und Computersoftware aller Art. (…)eine radikale Änderung des Urheberrechts kämpft.
Gewagt genug, die Ambitionen der Piratenpartei auf kostenlose Downloads im Internet zu reduzieren. Schlicht und ergreifend falsch aber, dass der Hintergrund für die Kandidatur das Piratebay-Urteil war. Rein zeitlich gesehen wäre dies schon unmöglich, da das Urteil der am 17. April 2009 gefallen war. Die Piraten wurden vor 2,5 Jahren gegründet und liessen schon zu Beginn verlauten zur Europawahl antreten zu wollen.

Traurig genug, dass sich sogenannte "professionelle" Medien auf die Korrektheit solcher Meldungen verlassen und sie einfach pauschal ungeprüft veröffentlichen, statt selbst nachzurecherchieren. Focus Online ... die FNP ... die Kieler Nachrichten ... die Gießener Allgemeine ... die Leipziger Volkszeitung ... die Welt ... die Sueddeutsche ... sie waren lange nicht die einzigen, die diese Falschmeldung übernommen und ungeprüft publiziert haben.

Folgendes Bild wurde meist gleich mitveröffentlicht:


Nachdem die dpa auf ihren Fehler aufmerksam gemacht worden war, korrigierte sie die Meldung teilweise und schrieb erneut:

"Hintergrund für den Erfolg der Kandidatur war die Verurteilung von vier Verantwortlichen der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay wegen Verletzung des Urheberrechts. "
Wie traurig, dass die gesamten Medien (und damit das gesamte Volk) von einer Insitution kontrolliert und gesteuert werden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geld für Informationen zu verlangen - der Handel mit Nachrichten. Armes Deutschland.


Quelle: bildblog


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