Montag, 8. Juni 2009

Der alltägliche Wahnsinn in Social Networks

Für Menschen, die häufig und in mehreren Social Networks unterwegs sind , sind die Worte "gruscheln" und "poken" schon lange keine Fremdworte mehr. Eine, in my opinion, eher primitive und zu anspruchslose und nebulöse Form der Kontaktaufnahme.Besonders in den Anfängen der sozialen Netzwerke waren allerdings diese "Kommunikationsformen" besonders beliebt. Offenbar und meiner Meinung nach handelt es sich hier allerdings um eher bedrohte Formen der Kommunikation.

Für die weniger social-network-affinen Menschen zur Klärung: "Poken" ist ein ziemlich früh eingeführtes Phänomen von Facebook, was wenig später von studiVZ mit einem anderen Namen (diesmal "Gruscheln") kopiert wurde, woraus sogar ein richtiger Kult entstand. Man kann also eine Person "gruscheln", und sie erhält dann eine Nachricht, dass sie gegruschelt wurde. Das wars. Das Wort ist wohl einer Zusammensetzung der Worte "grüssen" und "kuscheln" entsprungen, kann also ziemlich alles heißen. Der Bedeutungsgehalt wurde bewusst nicht geklärt und damit für sämtliche Interpretationsversuche offen gelassen.

Als der Social-Network-Hype gerade so richtig begann, war diese fast schon tautologisch anmutende Form der Kommunikation äußerst beliebt, auch wenn niemand je wirklich klären konnte, was denn damit eigentlich gemeint sein soll. Was aber der ganzen Aktion an sich keinen Abbruch tat, weil es vermutlich genau das war, eine undefinierbare Kommunikationsform, was für die meisten Nutzer eben neu und verlockend ist. Die Interpretation wird bewusst nicht festgelegt und wird vom Empfänger, nicht vom Absender bestimmt.

Es ist eben immer noch am sichersten sich Varianten der Kommunikation zu bedienen, die alle Optionen offen lassen. Jemanden dagegen als "Freund" hinzuzufügen hatte fast schon verbindlichen Charakter, da man auch diesen "Freundesbegriff" anfänglich noch sehr wörtlich nahm.

Heute scheint diese Kommunikationsform allerdings auf dem Rückzug zu sein und die Faszination erschöpft. Meist existiert sie nur noch als ritualisiertes "Hin-und-her-gruscheln" und dient nicht wirklich jemandem, sondern verursacht sinnlosen Datenmüll und födert primitivste Kommunikation.

Meiner Meinung nach gehören das Poken und Gruscheln zu bedrohten Arten und werden binnen kurzer Zeit komplett aussterben. Irgendwie ist es ja auch traurig, dass die Menschen in den Social Networks lieber auf primitive Formen der Kommunikation zurückgreifen, statt sich komlexen Interaktionen zu nähern. (Wie beispielsweise Nachrichten oder Gästebucheinträge mit Gehalt zu verfassen.)

Das scheint nämlich heute außerhalb des erwartbaren Bereichs eines durchschnittlichen User zu liegen. Schade.

Kommentare:

  1. poken kannte ich ja noch garnicht :D obwohl ich bei facebook bin. Aber hört sich sowieso alles doof an ;)

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  2. Gruscheln ist für diejenigen, die für ASCCI Bilder zu blöd sind...

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