Donnerstag, 25. Juni 2009

Wir haben die Medien einer Diktatur

Vergleicht man einmal die Merkmale von Medien in einer Demokratie und die in einer Diktatur, fällt das auf, was sich schon lange deutlich angekündigt hat: Wir arbeiten nicht darauf hin, sondern wir leben bereits in einer Diktatur. Einer Schein-Demokratie. Seien wir mal ehrlich - welche Macht hat das Volk? Wir dürfen alle 4 Jahre einmal ein Kreuzchen auf ein Blatt Papier machen. Über den Rest haben wir keine Kontrolle. Volksentscheide? Petitionen? Werden einfach ignoriert. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind eigentlich wichtige Fundamente einer Demokratie. Haben wir die noch?

Ein weiteres Merkmal, was dafür spricht, dass wir es bereits mit einer Diktatur zu tun haben, ist das Verhalten der Medien. Im Idealfall (der Demokratie) sollten die Medien auf der Seite der Bevölkerung stehen (1) und dieser helfen, sich über Wahrheit und Tatsachen zu informieren (2). Sie sind sachlich, unabhängig und unparteiisch, kennzeichnen daher Beiträge mit Meinungen ausdrücklich zum Beispiel als Kommentare (3). Es wird deutlich gemacht, worüber man bereits sichere Erkenntnisse hat und worüber nur vage Vermutungen bestehen (4). Zudem sollte eine Medienvielfalt herrschen (5), so dass sie sich im Einzelnen gegenseititg korrigieren und ergänzen können, und der Medienkonsument die dargestellten Infos zu umfassender eigener Meinungsbildung nutzen kann (6). Dies ist der Fall einer Demokratie. Vergleichen wir mit der momentanen Situation:

(1 ) Unsere Medien stehen eindeutig auf der Seite der Herrschenden. Die etablierten Medien versuchen mit allen Mitteln der Propaganda die Macht der Herrschenden zu unterstützen, indem sie Informationen verschweigen, manipulieren und Emotionalisierungstechniken anwenden, gegen die sich der normale Bürger nicht wehren kann, weil er sie gar nicht kennt. Und wenn dann tatsächlich einmal jemand eine unvoreingenommene Untersuchung der Massenmedien durchführt, sind alle schockiert, weil sie feststellen müssen, dass es in Deutschland im Wesentlichen gar keine Pressefreiheit mehr gibt, sondern schon fast eine Gleichschaltung der Medien.

(2) Wahrheiten und Tatsachen sind in den Medien eine Rarität geworden. Gerade die großen, etablierten und für seriös gehaltenen Medien, kopieren ihre Fast-Food-Nachrichten aus der dpa. Hauptsache möglich schnell möglicht viel möglichst schockierenden Content. Statt selbst nachzurecherchieren wird gar nicht mehr auf den Wahrheitsgehalt der einzelnen Meldungen geachtet. Und der dumme Kleinbüger glaubt es natürlich - die können doch in so großen Zeitungen und im Fernsehen nichts falsches bringen.

(3) Sehr selten findet man einmal einen völlig unabhängigen, meinungslosen Artikel in einem großen Medium. Manchmal ist es ganz offensichtlich, manchmal eher versteckt. Aber grundsätzlich versucht ein Artikel immer und überall die Meinung der Menschen in eine Richtung zu lenken. Sogenannte “Journalisten” (besser: Kopierer) können das natürlich prima für sich ausnutzen. Wenn man dann auch noch dafür bezahlt wird - na hallo! Und dann schaut man von dort verachtend auf kleine Blogger herab, obwohl diese mehr Journalismus betreiben, als die “hauptberuflichen”.

(4) Gerade heute lieferten uns die Medien ein Beispiel, wie voreilig man Schlüsse zieht und versucht, den Menschen Informationen aufzudrängen, über die man nicht mehr als eine vage Vermutung hegt. Heute berichtete die BILDzeitung beispielsweise, die CDU plane die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel fast zu verdreifachen - auf 19 %. Spiegel Online hingegen meldete, die CDU distanziere sich von Steuererhöhungen und stehe für Senkungen, was auch in ihrem Wahlprogramm stehe. Kein Beispiel könnte schöner verdeutlichen, wie stark man die Sensationsgeilheit der Menschen befriedigen möchte - ganz egal, ob die Meldungen stimmen, nicht stimmen, oder man sich nicht sicher ist. Hauptsache es wird erst einmal veröffentlicht.

(5) Manch einer mag sagen, wir hätten doch eine Vielfalt an Medien. Das stimmt nur teilweise, denn eigentlich müsste es heißen: Wir haben eine Vielfalt an Namen für die Medien. Denn von vielfältigen Inhalten kann keine Rede sein. Insgesamt bietet sich uns in jeder etablierten Zeitung ein Mischmasch aus dpa und BILDzeitung - mit jeweils angepasster Dramaturgiestufe. Die einen setzen höher an, die anderen versachlichen eher, weil sie ihren Ruf der Seriösität wahren wollen. Von Vielfalt ist hier nichts zu sehen.

(6) Fazit also: Zur eigenen Meinungsbildung sind unsere etablierten Medien weniger als wenig geeignet. Sie strotzen vor Manipulation und Gleichschaltung - das alles herumgebaut um immer die gleichen, dpa-kopierten Nachrichten.

Es gibt kritische Stimmen. Zwar nur wenige, aber es gibt sie, und dort hat man eine Nische, wo man sich unvoreingenommen informieren kann - allerdings nicht über die Massenmedien. Sich informieren - nicht sich informieren lassen … darum geht es.

Dies alles wird besonders deutlich, wenn es um die aussenpolitische Bericherstattung geht, d.h. um alle Kriege und kriegsähnliche Zustände. Aktuell besonders offensichtlich beim Thema Iran, wo wir eine derart einseitige Berichterstatung erleben, wie selten zuvor. Kritische Fragen werden einfach ausgeklammert, und es werden Stimmungen erzeugt, statt über Hintergründe der Vorkommnisse zu informieren. Ab und an lässt man ganz kurz eine vom Mainstream abweichende Stimme zu - aber nur, weil sonst die grenzenlose Propaganda und Gleichschaltung der Herrschenden allzu auffällig würde.

Kommentare:

  1. Es ist sicher richtig, dass die Qualität der "Medien" zum großen Teil sehr mangelhaft ist. Das ist aber kein Beweis für eine "Diktatur". Denn in einer Diktatur gibt es Medien, wie Sie sie kennen, überhaupt nicht. Wenn Sie schreiben:
    [quote]Es gibt kritische Stimmen. Zwar nur wenige, aber es gibt sie...[/qoute]

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  2. Nun in einer richtigen Diktatur gibt es keine "kritischen Stimmen" mehr. Denn eine eine Diktatur wird diese, auch wenn es nur wenige sind, schnell zum Schweigen bringen.

    Also, nur weil die Qualität der Massenmedien so schlecht ist, leben wir noch nicht in einer Diktatur. Ausserdem sind diese Medien auch ein Spiegel des Zeitgeistes und der Menschen. Denn letzten Endes liefern sie die Nachrichten, welche die Menschen hören wollen. Das haben sie tatsächlich mit den "Herrschenden" gemeinsam.

    Doch wie sie richtig bemerken, kann man, wenn man will, sich durchaus informieren. Doch genau da liegt die Krux. Denn den meissten fehlt einfadch der Wille dazu. Es ist eben viel bequemer, sich treiben zu lassen. Das nutzen die "Treiber" einfach aus. Die brauchen gar keine Diktatur mehr. Das läuft heute viel einfacher.

    Einen schönen Sonntag noch.
    J. Fuhrmann

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  3. Sie bemerken sehr richtig, dass es durchaus kritische Stimmen gibt. Auch das man sich informieren kann, wenn man nur will, haben Sie richtig festgestellt. Doch mit diesen Feststellungen negieren Sie eigentlich Ihre Aussage, in Bezug auf eine Diktatur. Denn bei einer solchen könnten Sie diese Aussagen nicht treffen. Ja, sie dürften sie nicht einmal äussern.

    Die Medien sind genauso wie die "Herrschenden". Sie erzählen dem "Volk" das was es hören will, weil es nichts Anderes hören will.

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  4. Die Medien sind genau so, wie die Politiker, sie erzählen dem Volk das was es hören und glauben soll, nicht oft zwar aber nicht unbedingt immer das was es will, mein lieber Fuhrmann. Und da die kritischen Stimmen leise und wenige sind, schwimmt der Großteil des Pöbels eben mit dem Strom. Das reicht völlig aus, unsere Ignoranz ist erst mal genug. Im Moment sieht es ja darüber hinnaus so aus, als ob gerade Infrastrukturen hochgezogen werden damit diese leisen Stimmen niemals zu laut werden können, China lässt grüßen. Insofern liegt die liebe Igelballprinzessin mit ihrer These gar nicht so weit daneben. Die "Herschenden" sind allerdings nicht die Clowns die wir wählen, die sind nur zur Belustigung der sheeple da.

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  5. diktatur stell ich mri irgendwie gewaltaetiger vor
    dashier waer dann ja mehr son brave new world ding
    und dafuer isses noch ncih abgefahren genug
    aber mal sehen was mein leben noch so bringt
    und auf fernsehen verzicht ich eh seit der akte x folge in der mulder als einziger nich von der glotze gehirngewaschen wird weil er rot gruen blind ist.
    nein.
    aber ich hab trotzdem seit jahren keinen anschluss mehr
    wir leben dafuer aber wenigstens im faschismus
    der in einer seiner definitionen hauptsaechlich aufhebung der trennung von wirtschafft und staat bedeutet
    sans der rassenquatsch
    obwohl
    da kann man auch skeptisch sein.

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  6. Naja, zum einen hast zu recht. Zum anderen ist es nur logisch. Schmeiss einen Frosch in heißes Wasser und er stirbt. Setz ihn in kaltes Wasser und mach es langsam heißer, bleibt er am Leben und merkt es kaum.

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