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WHITE NOISE

Making noise since 2008

Nachdem ich mich neulich bereits über das Format einer der vielen unsinnigen RTL-Sendungen ausgelassen habe, folgt hier erneut ein literarischer Rüffel an die Produzenten für ein Sendeformat, das vielversprechend angefangen und geklungen hat, aber mittlerweile nichts als Zurschaustellen und Erniedrigung ist.

Vom extrem herabwertenden Verhalten der Jury mal ganz abgesehen, finde ich alleine schon die redaktionelle Gestaltung des Sendeformats ziemlich menschenunwürdig, was zum Großteil den Einblendungen von Untertiteln und Animationen zu verdanken ist. Das macht die Kandidaten gezielt lächerlich und setzt sie allesamt dem Spott eines Millionenpublikums aus.So wird der gesamten DSDS-Zuschauerwelt suggeriert, dass antisoziales Verhalten und beleidigende Äußerungen alltäglich und normal sind. Die Erziehungsziele, die unsere Gesellschaft mit großen Gesten propagiert, wie Toleranz und Respekt, werden hier nicht gefördert, sondern verdrängt. Ich denke gerade jüngere Kinder, die sich das ansehen, werden dadurch total desorientiert, weil es gerade dem, was man ihnen predigt, komplett entgegenwirkt.

Dieter Bohlen ist das beste Beispiel dafür, wie man die Lust an Erniedrigung kultivieren kann, um Kapital daraus zu schlagen. Dieses alljährliche Zelebrieren medialer Brutalität ist nicht nur menschenverachtend, sondern verletzt gleichwohl die Grundregeln von demokratischem Zusammenleben. Ist es nicht jämmerlich, wie ein erwachsener Mann auf Kosten Jugendlicher an Quoten kommen will, und dafür jeden Preis bezahlt? Die jungen Menschen, die sich das ansehen, sind doch gerade noch in einem Alter, in dem man täglich auf einer Gratwanderung zwischen Ideal und Illusion ist. Die imaginäre Welt einer Fernseh-Community scheint so anziehend und "cool", dass Jugendliche alles auf sich nehmen, um einmal Teil dieser Gesellschaft zu sein. Und dies auszunutzen ist in meinen Augen das Letzte.

Aber was soll's. Das Leben im Dauercasting ist seit Jahren Alltag in Deutschland. Was wurde denn noch nicht gecastet? Gibt es bald Formate wie: Deutschland sucht die Supernutte? Oder: Deutschand sucht den Superzigarettenstopfer?

Andererseits kann es das nicht sein, dass wir das Trash-Fernsehen immer nur verteufeln. Man könnte so weit gehen zu sagen, dass durch dieses stupide Reality-TV sogar die Medienkompetenz der Zuschauer steigt. Als Reaktion auf diese Formate reden sich die Menschen die Mäuler wund, debattieren über Sinn und Unsinn dieser Machart, und fragen sich vielleicht bisweilen, was denn davon echt und was manipuliert ist. Auf diese Weise gewinnen bestimmt viele einen genaueren Einblick in die Mechanismen, die, entgegen weitläufiger Meinung, nicht nur bei Castingsendungen, sondern in der gesamten Medienwelt Anwendung finden. Denn Casting und Rollenspiel sind keineswegs nur Fernsehphänomene. Fragt sich nun, welche Wirkung auf Dauer dominieren wird ...

Wir befinden uns in einer Ökonomie der Selbstrepräsentation. Informationen zu vermitteln ist schon lange nicht mehr der Hauptsinn hinter den Medien. Heute geht es um Image. Selbst als Putzfrau soll ich wie Beyonce aussehen, und die Scheisse mit einem Lächeln aus der Kloschüssel kratzen, weil ich das moderne Reinigungsgewerbe repräsentiere.

Aber was soll das alles? Solange die ganzen Kids ihre Rolle weiter so perfekt spielen ist doch alles in Ordnung. Wie nach dem Bewerbertraining der Arbeitsagentur sprechen sie druckreif und wissen, was von ihnen verlangt wird.

Mir ist eine Mutter in Erinnerung, die beim Verlassen des Hotels nach dem Scheitern ihrer Tochter verlauten ließ: "Jetzt haben wir den Beweis, dass das alles nur Marketing ist."
Wenn sie wüsste, wie sehr das für uns alle gilt ...
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Noch gar nicht so lange ist es her, da hat unser Popsternchen Sarah Connor die Trennung von ihrem Marc verkündet. Nicht lange davor wiederum fand vor aller Leute Augen die "Traumhochzeit" statt. Offenbar scheinen Menschen immer wieder zu glauben, Geld und Prominenz auf der Hochzeit seien ein Garant für die ewige Liebe. Oder für die lange Liebe (gibt es noch ewige Liebe?).

Mit viel Geld lässt sich natürlich leicht eine wahre Traumhochzeit organisieren. So romantisch wie möglich soll es sein. Und ausgefallen. Eben etwas besonderes. Und das scheint dann offenbar ein wirksames Konzept für eine dauerhafte, glückliche Partnerschaft zu sein.

Oder das Verliebtsein. Das kann doch kein tragendes Fundament für eine Beziehung sein? Ich meine, meist überwiegt dann ja doch unser egoistisches Herz. In einer Beziehung würde ich das nicht als Liebe bezeichnen, wenn man mit einem Partner zusammen ist, weil er einem glücklich macht. Das ist keine Liebe. Liebe ist, wenn ich mit einem Partner zusammen bin, weil ich ihn glücklich mache! DAS ist die Liebe, die trägt, und die einer Beziehung Tiefe und Beständigkeit verleiht. Wir selbst sehnen uns nach dieser Art von Liebe, und doch fällt es uns so schwer sie zu geben ... manchmal ist es ein Gefühl wie in einem schlechten Traum. Man läuft und läuft, strengt sich an und möchte vorwärts kommen, bewegt sich aber nicht vom Fleck, so gerne man auch würde.

Die Liebe muss ja auch nicht immer ein reines Gefühl sein. Oft ist sie eine ganz nüchterne Entscheidung und ein Wollen. Zum Beispiel wenn es uns schwer fällt nachzugeben, weil wir lieber unsere eigenen Interessen verfolgen und es dann Spannungen gibt, wenn wir diese nicht bekommen. Aber genau daran müssen wir versuchen zu arbeiten. Denn dafür kann man sich bewusst entscheiden. Klar, das kostet Opfer. Aber es lohnt sich.



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Muss ich mich nun schämen oder meine Seite zensieren,


 weil schon im Titel eine Pornoplattform erwähnt wird? Beides gedenke ich nicht zu tun, im Gegenteil - ich mache es noch schlimmer und berichte darüber. Nein, ich werde keine Pornografie verherrlichen, sondern versuchen, gemäß meiner Aufgabe als treuen Bloggerin, nur Informationen zu vermitteln.

Immer wieder gibt es ja Aufruhr um diese Seite, die mit kostenlosen Sexangeboten wirbt, wo jeder seine Videos nach Herzenslust up- oder downloaden kann. Vorläufer der Seite ist das altbekannte Videoportal Youtube. Nicht erstaunlich scheint mir, dass die Videoplattform bereits Rang 32 der weltweit am häufigsten besuchten Websites belegt. In Deutschland (oh Wunder) sogar Platz 15.

Nebst der Videoplattform gibt es einen Chat, Camshows und einen Online-Dating-Servixe ääääh Verzeihung Service. Selbstverständlich beziehe ich meine Informationen von externen Quellen, niemand sollte den Eindruck haben ich besuche solch dubiose Webseiten. Das ganze ist kostenlos, finanziert sich teilweise durch Bannerwerbung.

Aber mal zum interessanten Teil : Wer betreibt diese Seite eigentlich? Gute Frage - die Betreiber sind bis heute anonym. Berichten zufolge gibt es Hinweise auf einen möglichen Sitz in Kalifornien oder ( ja, es darf gelacht werden) in Deutschland. Ende des Jahres 2005 wurde die Domain bei einer kalifornischen Firma registriert und es wurde lediglich eine Mailadresse als Kontaktmöglichkeit bei den Betreibern hinterlegt. Die Seite wird also juristisch gesehen von Kalifornien aus betrieben und hat sich auch nach dem dort geltenden Recht zu richten, welches im Gegenzug zum deutschen Pendant keine Offenlegung der Daten fordert.

Ein Vorfall ereignete sich Ende des Jahres 2007, als zwei ganz schlaue Kandidaten namens Stephen Paul Jones und Zach Hong sich an das Unternehmen wandten und behaupteten, sie besäßen die Website und einer von beiden wolle seine Anteile für 20 Millionen US-Dollar verkaufen. Diese Aussage wurde jedoch wenig später wieder revidiert und der Besitz wurde von den beiden Herren einem Deutschen zugesprochen.

Google beendete dann 2007 die Indizierung der deutschsprachigen Version von Youporn. Arcor sperrte zum Beispiel den Zugriff für deine Kunden vollständig. Dies geschah auf eine Aufforderung hin von einem Anbieter kostenpflichtigen, pornografischen Materials, der meinte, die Seite verstoße aufgrund mangelndes Altersnachweises gegen das Jugendschutzgesetz. Allerdings wurde diese Sperrung wenig später wieder aufgehoben, weil schnell klar wurde, dass durch die IP-Adressen-Sperrung auch viele weitere Angebote ohne pornografischen Inhalt betroffen waren.

Ende vom Lied ist: Youporn war und ist immer noch jederzeit erreichbar und legal, wenn auch nicht googleindexiert.



Bild: pixelio ( Boscolo)
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"Schenkt mehr Blumen während des Lebens, auf den Gräbern sind die vergebens". So heisst es im Volksmund. Aber muss das denn gerade am 14. Februar sein?


Der Name geht offenbar auf einen Heiligen zurück, St. Valentin. Dieser hat wohl Paare getraut. Das Besondere jedoch war, dass er viele Trauungen heimlich vollzogen hat, da er hauptsächlich Paare getraut hat, die gesellschaftlich gesehen niemals ihre Liebe hätten ausleben können.

Ist jemand in den letzten Tagen mal durch die Stadt gegangen oder durchs Netz gesurft? Schaufenster wie Internet quellen über von Geschenktipps und Sonderangeboten. Der alljährliche Blumenstrauß ist für die meisten bereits Routine. Und da wir ja so hochmodern und reich sind, ist es schon lange nicht mehr genug, einfach nur Blumen oder Pralinen zu schenken. Immer häufiger werden diese noch begleitet von edlen Schmuckstücken oder anderen Luxusgütern. Kurz: KOMMERZ PUR! Irgendwann zwischen siebzehntem und achzehntem Jahrhundert muss der Handel im Valentinstag seine Chance erkannt haben und hat zwischen die tote Zeit während Weihnachten und Ostern ein weiteres exorbitantes Datum geschoben.

Ist das nicht schrecklich, wie man Gefühle so kommerzialisieren kann? Wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind müssen wir doch zugeben, dass Geschenke an diesem Tag oft nur überreicht werden, weil es eben erwartet wird. Warum kann man nicht mal am 3.Juni, am 22. März oder am 6. August Blumen schenken oder zum Essen einladen? Jeder Tag, an dem man jemandem zeigt, dass man an ihn denkt ist ein Valentinstag.

Ich hätte mal eine Frage an all die, die heuer mit Geschenken überhäuft werden. Könnt ihr euch darüber von ganzem Herzen freuen? Ich persönlich freue mich über Aufmerksamkeiten nämlich dann, wenn die freien Herzens und von alleine kommen. Nicht erst nach wochenlangen Werbemaßnahmen um das schlechte Gewissen zu bereinigen. Zwang und Krampf auf beiden Seiten - ist das Romantik? Und wo bleibt überhaupt diese "Überraschung"? Gerade das ist doch der Teil am Schenken, über den wir uns am meisten freuen. Jemand denkt an uns, wenn wir es nicht erwartet haben. Geschenke am 14. Februar gibt es aus Pflichtgefühl .... nicht mehr als Überraschung ...

Blumen und Pralinen kann man das ganze Jahr über kaufen. Läden haben immer geöffnet. Gegen Präsente außerhalb dieses Tages (aus freiem Willen und EIGENEM Antrieb!) wird sich wohl keiner wehren.

Gestern hat sich ein Bekannter von mir darüber beschwert, dass immer nur die Männer die Frauen beschenken zum Valentinstag. Er kenne keinen einzigen Mann, der etwas bekomme. Wikipedia sagt dazu folgendes:

"Während das Jahr über hauptsächlich Frauen Blumen kaufen, sind es am Valentinstag überwiegend Männer. Die Preise vor allem für rote Rosen steigen zu diesem Anlass stark an."


Also liebe Männer, nehmt euch ein Beispiel an uns! Wohingehen wir uns das ganze Jahr bemühen euch unsere Liebe zu zeigen, meint ihr das genügt einmal im Jahr - nämlich heute.


[Wo und warum der Valentinstag gesetzlich verboten ist lest ihr in meinem anderen Artikel.]
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Wer kennt sie nicht - die kleinen bunten DIN A 4,5 Hochglanzkäseblättchen, auf denen jeden Monat eine andere beste Diät und neue beste Stylingtipps angepriesen werden, um auch bloß so richtig cool zu sein. Einen dieser Klatschanhäufer inklusive Schwesterlein hat es wohl nun erwischt. Hubert Burda Media hat beschlossen dem "Style- und Fashionmagazin" YOUNG und Schwesterchen "Tomorrow" den Stecker zu ziehen, und sowohl das herausgegebene Printmedium als auch die Internetpräsenz vom Markt zu nehmen.
Ich finde das sollte man unterstützen. Hier noch ein paar nette Anektoten zur Geschichte:

Bereits 2008 hat die Website von "Tomorrow" einen neuen Anstrich bekommen und ist zur Linklist mutiert, statt wirklich Informationen zu liefern. "Die besten Links aus dem Netz" werden seitdem zur Schau gestellt, vermutlich um einfach nur irgendeinen Content präsentieren zu können. Des weiteren hätten demnächst noch ein Shoppingportal und ein Webfernsehen folgen sollen, was nun wohl leider flach fallen wird. Für ein Publikumsangebot sind 40.000 Visits und knapp 240.000 Impressions einer Website einfach nur unterirdisch ... kein Wunder.

Aber "Tomorrow" ist mir eigentlich auch so ziemlich egal. Lieber sinnlose Infos geliefert als kontraproduktive. Mir geht es eher um das junge-Weiber-Heftchen YOUNG. Den Untergang dieses Mediums muss man einfach feiern. Nicht, dass ich etwas gegen kleine Blättchen hätte oder gar gegen Printmedien im Allgemeinen, aber es gibt einfach zig Gründe warum dieses Magazin keiner je vermissen wird ...

Erstens mal fallen mir spontan noch mindestens 3 weitere dieser Magazine ein, die nicht nur optisch sondern auch inhaltlich kaum voneinander zu unterscheiden sind, wären da nicht die Namen. Allein diese suggerien den Lesern ja schon, dass sie was besonderes sind, wenn sie kaufen. Nur junge (oder junggebliebene), stylische, angesagte und modische Menschen haben sowas daheim. Da fällt mir ein tolles Akte-X Poster ein, worauf ganz groß steht: "Ich will glauben!". Wenn den Menschen also nur lange genug eingeredet wird, dass sie toll und hübsch und stylisch sind, wenn sie das Magazin kaufen, werden sie sich auch so fühlen. Klar, jeder redet sich selbst gerne ein, wie toll er ist. Sinnlosigkeit No. I.

Na gut, das Oberflächliche hätten wir geklärt. Lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf den Inhalt. Was fällt zuerst ins Auge? Genau, Mode! An sich nichts verwerfliches, Mode ist Kultur. Aber wer bei Rewe einkaufen geht und sich für 2 Euro so ein Magazin kauft, der wird sich schwerlich eine Handtasche für 1500 € leisten können. "Seht aus wie die Stars!", heisst es da. T'schuldigung ... ficken? Nein im Ernst, wozu das ganze? Seitenweise Kleiderstücke von Designern, bei deren Preisen uns allen die Kinnlade fällt. Bitte WER kann sich sowas leisten? Aber klar - statt anzuziehen, was mir gefällt, trage ich was "in" ist. Offenbar bin ich dann mehr wert. Oder ein Star. Sagen sie doch überall. "Mit diesen Schuhen wirst auch du zum Star!" Sinnlosigkeit No.II.

Was sticht einem beim zweiten Blick indie Pupille? Richtig - die Diäten und tollen schlanken Frauen auf der Titel- und jeder zweiten Innenseite. Jeden Monat gibt es eine bessere, schnellere Art abzunehmen. Immer neue Variationen. Heute kann jeder, ohne zu wissen, was eine DIät überhaupt ist, von sich sagen er praktiziere eine. Die gibt es ja in allen Varianten, warum sollte mein Essensstil nicht auch dabei sein? Fress ich hauptsächlich McDonalds, mach ich halt die Atkins. Fress ich viel Ananas, mach ich die Citrus. Fress ich alles durcheinander, mach ich die "Iss, was dir schmeckt". Fress ich gar nix, mach ich Pro Ana. Egal wie mans hält, irgendeine Diät passt immer! Wir befinden uns nunmehr im 21. Jahrhhundert, und nach etlichen Jahrzehnten Diäthistorie müsste doch auch der dämlichste Idiot endlich verstanden haben, dass keine Diät zur dauerhaften Supermodelfigur verhilft. Aber es reifen ja täglich neue unbeschriebene Blätter heran, denen man durch YOUNGINSTYLE einimpfen kann, dass sie nur toll sind, wenn sie Diät machen. Weiterer Anstieg Magersüchtiger ist doch vorprogrammiert, solange es solche Zeitschriften gibt ... . Aber das ist der Zustand dieser Tage - die Autos von Null auf Hundert, das Gewicht von Hundert auf Null. Wann ziehen wir endlich mal Grenzen? Sinnlosigkeit No. III.

Das nächste Thema ... ja, ich werde versuchen mich zu beherrschen. Meist auf den letzten Seiten findet man dann immer die Astro-News. Die mir dann, ohne mich zu kennen, sagen wollen, wie wann und wo ich meine Liebe finde, mein Geld verdiene und krank werde. Vergleicht man mal diese Astroseiten dieser ganzen YOUNG-ähnlichen Heftchen fällt auf: die Prophezeihungen sind gleich - allerdings immer wieder neu auf die Sternzeichen verteilt. Ist das nicht amüsant? Da sitzt einer, der 12 Vorhersagungen macht, und die Redaktion muss nur noch entscheiden, wem sie diese Woche eine Beförderung und wem eine Erkältung gönnt. Nicht sehr bekanntes Prinzip, aber einfach. Wurde bereits zu meinen Schülerzeitungs-Zeiten angewandt ... Eine Frage nebenbei ... was ist eigentlich mit jemandem, der eigentlich hätte zu Fischzeiten geboren werden sollen, aber eine Woche zu spät kam und dann doch offiziell Widder ist? Für was halten den die Sterne? Wenn überhaupt müsste mein Sternzeichen an dem Tag bestimmt werden, an dem ich GEZEUGT wurde, nicht aber geboren. Die Geburt ist ja lediglich ein Ortswechsel ... Sinnlosigkeit No. IV.

Was mich persönlich auch aufregt ist diese Entrüstung, der man begegnet, wenn die Leute sich die Seiten ansehen, in denen Stars in sogenannten "peinlichen" Momenten gezeigt werden. In Momenten, in denen sie zur Abwechslung mal wie jeder andere aussehen. Und dann sind die Leute überrascht, dass die Sternchen ja doch nicht so aussehen, wie auf den Hochglanzfotos. Sinnlosigkeit No. V.

Huch, der Artikel ist länger geworden als geplant, ich hab mich wieder mal reingesteigert. Meine lieben, jetzt muss ich wirklich los. Ich wollte eigentlich noch schnell zur Tankstelle. Hoffentlich ist die neue BILD schon da ...


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Morgen (oder gleich heute) feiert die Menschheit gleich zwei 200. Geburtstage von Persönlichkeiten, die einem im Gedächtnis bleiben sollten. Deshalb heute ein kleiner "tribute to".

Hat Gott die Tiere eines nach dem anderen erschaffen? Diese Frage stellte sich e
iner der berühmtesten Forscher aller Zeiten vor ca. 150 Jahren - Charles Darwin. Diese Frage bezieht sich auf absolute Grundsätze der Religion, daher will ich darauf auch gar nicht näher eingehen, weil das ein Thema für sich wäre. Statt ihn zu kritisieren könnten wir zum Beispiel auf seinen großen Beitrag eingehen, den er für die Biologie geleistet hat. Denn Zweifel plagten auch Darwin, als er damals sein Werk über die Entstehung der Arten veröffentlichte. In einem Brief an einen seiner Kollegen schrieb er: „Inzwischen bin ich (ganz im Gegensatz zu meiner ursprünglichen Meinung) beinahe überzeugt davon, dass die Arten nicht (es ist, als gestehe man einen Mord) unveränderlich sind."

Wie hart muss das für ihn gewesen sein, wenn er es mit einem Mordges
tändnis vergleicht. Es war ein Mord an einem Wesen, das vielleicht nur in den Köpfen der Menschen existierte, das aber die Kirche und die Gesellschaften entschieden verändert hat. Schliesslich war es soweit: eine Revolution! Nachdem zwei Jahrzehnte voller Zweifel und Bedenken vergangen waren, veröffentliche er letztlich doch sein Werk. Die Annerkennung der Wissenschaft hatte er. Hatte er doch eine Lehre entworfen, die das komplette Konzept Gott durch das Konzept Natur ersetzt.

Nun hat man das komplette Jahr 2009 zum Darwin-Jahr ausgerufen (was den wenigsten aufgefallen sein dürfte). Darwins Lehre, die Arten hätten sich bis heute in einem langen Prozess aus sich selbst heraus entwickelt, fand und findet nahezu überall Anklang. Nur die Anhänger des Kreationismus, des biblischen Schöpferglaubens, können sich bis heute nicht damit anfreu
nden.

Ich möchte mich hier auf niemandes Seite stellen und irgendeine Meinung bewerten, ich möchte nur sagen, dass Darwin definitiv einen großen Beitrag für die Biologie geleistet hat. Und wie wir gesehen haben war selbst er von Zweifeln geplagt.



Und noch ein weiteres Geburtstagskind haben wir zu feiern. Der allseits berühmte und bekannte US-Präsident Abraham Lincoln. Die handgeschriebene
Original-Textfassung seiner letzten Rede wurde bei einem New Yorker Auktionshaus für über 3 Millionen Dollar versteigert. Niemals hat jemand einen höheren Preis für ein Dokument der US-Geschichte gezahlt. Diese Rede hatte der damalige Präsident am 11.April 1865 gehalten, in der er dazu aufrief, die Südstaatler, die durch den Bürgerkrieg bereits stark benachteiligt waren, nicht so hart zu bestrafen. Naja, drei Tage später hat ihn einer dieser Südstaatler erschossen. Man sieht: die Welt war vor knapp anderthalb Jahrhhunderten auch nicht gerechter als heute. Da macht man sich für etwas stark und erntet nur Undank. Pah.

Trotz allem (oder gerade deshalb) wird Lincoln noch heute von den Amerikanern verehrt und hat es bis zum "beliebstesten Präsidenten aller Zeit" geschafft. Auch der hiesige US-Präsident Obama hat sein Vorbild in Lincoln gefunden und sogar seinen Eid auf Lincolns Originalbibel geschworen. Das größte Plus in seinem Amt war wohl sein Einfühlungsvermögen. Kein anderer konnte sich so gut in sein Publikum hineinversetzen und die Zuhörer für seine Ideen begeistern. Bleibt zu hoffen, dass Obama in diesem Vergleich mithalten kann ...
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Die meisten sagen ohne zu zögern, dass unser Sinn für Moral und Ethik rein subjektiv ist und dass es keine absolut allgemeingültigen Werte gibt. Alles nur eine Frage der individuellen Meinung offenbar. Aber ist das wirklich so?

Wir tendieren dazu Handlungen nach unserem eigenen moralischen Maßstab zu beurteilen, bisweilen ertappen wir uns sogar dabei, wie wir einen moralischen Maßstab über einen anderen heben und ihm einen Mehrwert anrechnen. Zum Beispiel könnte jemand sagen, die christliche Moral sei "besser" als die muslimische. Wenn wir das tun, vergleichen wir die zu bewertenden Maßstäbe mit unserem eigenen und stufen den als "besser" ein, der zu unserem mehr Parallelen aufweist.

Wenn aber tatsächlich alles so subjektiv ist und kein Moralkodex schlechter als ein anderer ist, dann dürften solche Begriffe die "Wertewandel" oder "Werteverfall" nicht mehr benutzt werden. Dennoch sprechen viele von diesen Dingen ...

Wenn tatsächlich kein Moralkodex besser als ein anderer ist, es keinen absoluten gib und es daher auch nichts wie einen Wertewandel gibt, wo liegt dann noch die Notwenigkeit, sich moralisch in irgendeiner Art und Weise zu bemühen?

Die logische Konsequenz dieses ethischen Relativismuses ist die, dass wir keine Person mit "schlechter" oder "besser" attributieren dürfen, da es ja keinen Standardmaßstab gibt, nach dem man sie beurteilen könnte. Also wäre ein Mörder moralisch nicht schlechter als irgendjemand anders, da ja jeder Moralkodex gleich viel wert ist.

Jetzt mag einer vielleicht sagen, dass das ein unfairer Vergleich dieser Theorie sei. Man lehne zwar einen universalen Maßstab ab, erkenne es aber an, dass es verschiedene Maßstäbe für verschiedene Personengruppen gäbe. Doch auch das wirft wieder Probleme auf. Nach welchen Kriterien soll man eine solche Gruppe definieren? Gibt es einen Grund, warum eine solche Gruppe nicht auch mal nur eine Person enthalten sollte? Womit wir eben wieder am Anfang wären ...

Philosophen behaupten, es gäbe sehr wohl einen universalen Maßstab für moralisches Handeln, obwohl man noch nicht genau sagen kann, wie und woraus dieser entstanden ist.

Dass es einen solchen allgemeinen Maßstab gibt, zeigt sich in den Banalitäten des Alltags. Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, wenn ich jemandem erzähle, was ein anderer gesagt hat oder was ich gesagt oder getan habe in einer bestimmte Situation usw. Immer wieder gibt es Unterhaltungen über moralische Vorschriften und Beschwerden über moralische Fehltritte, die wir versuchen anderen mitzuteilen, von denen wir dann erwarten, dass sie unsere Meinung teilen, was auch meist der Fall ist.

Natürlich gibt es hier Differenzen. Die sind aber normalerweise gering. Zumindest bei grundlegenden moralischen Fragestellungen sind wir uns in der Regel einig ob eine Handlung richtig oder falsch ist. Sonst wäre die Demokratie eine Utopie, die nie realisiert werden könnte, weil sich kein einheitlicher Fluss an Meinungen bilden würde und es niemals eine Mehrheit gäbe. Das kann man auch nicht einfach flachreden, indem man sagt "das ist eben der moralische Maßstab des Landes XY/ der Rasse XY ...), da es weltweit praktiziert wird. Wenn zum Beispiel ein Land in ein anderes Land einfällt, werden kollektiv alle sagen, dass dies schlecht ist, wenn der Grund darin liegt, sich Macht über das Land zu verschaffen, korrekt jedoch wenn der Grund in einer Befreiung von Unterdrückung des Landes liegt.

Daher ist der moralische Maßstab zu großen Teilen tatsächlich ein universaler.


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Dreadlock Stylistin. 7 Katzen. 2 Hunde. 3500 qm Garten.

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