Freitag, 2. Januar 2009

Sinn und Unsinn von Okkultismus (2) - Flüche und Hexereien

Kann man tatsächlich jemanden verfluchen?

Ich bin aus Interesse einmal einigen Geschichten von Personen nachgegangen, die verflucht wurden und dann tatsächlich gestorben sind. Es gibt so gut wie keinen Fall (zumindest konnte ich keinen entdecken), bei dem das Opfer völlig ahnungslos war. Also offenbar kann die Angst, durch die Überzeugung hervorgerufen, sterben zu müssen, bereits tödlich sein. Es gibt auch Berichte über Menschen, die starben, nachdem sie mit einer ungeladenen Waffe beschossen wurden. (Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das nicht welche von diesen kleinen schwarzen Geschichtchen sind, die man sich gerne in der Mittagspause erzählt ... ) Möglich allerdings wäre es. Bei starkem Stress, schwerem Schock und extremer Furcht verringern sich Blutzirkulation und Stoffwechsel, der Blutdruck sinkt und es werden bestimmte Hormone ausgeschüttet, die das Herz schädigen können. Aber ganz zum Stillstand bringen? Ich weiß ja nicht ...

Wenn jemand denkt, er sei verflucht, und auch an Verwünschungen glaubt, dann setzt er sich eben aufs Bett und sagt :"Ich bin zum Sterben verurteilt, das war's, tschüss ..." und zieht sich aus dem Leben zurück. Er achtet nicht mehr auf sich. Er weiß, er wird nicht überleben, also warum sollte er sich noch die Mühe machen und auf seine Sicherheit oder Medikamente achten? Also kann er sterben. Aber das ist kein Mysterium.

Eine gute Bekannte von mir, die gerade einen psychischen Tiefpunkt hat, hatte neulich den Plan, sich mit ihren Sorgen an eine "Hexe" zu wenden. Ich wusste nicht wirklich, was ich ihr raten sollte. Einerseits kann eine "Hexenheilung" die gleichen Kräfte in einem auslösen wie ein Placebo. Andererseits aber finde ich es auch ein wenig gefährlich, die Verantwortung für sein Leben an Leute abzugeben, die keinerlei psychologische Ausbildung haben, sich aber erdreisten Lebenshilfe zu geben.

Die Mechanismen sind doch die gleichen wie überall in diesem Bereich. Immer werden einfache Antworten auf komplizierte Fragen versprochen, die den Anwender dann entlasten sollen. Über die Motivation der Reizüberflutung hatte ich ja letztes Mal schon sinniert ...

Darüber hinaus finde ich es arrogant, sich als "Hexe" zu bezeichnen, nur weil es "in" ist, angesichts der in früheren Zeiten als "Hexen" ermordeten Frauen.

Dann gibt es außerdem noch das 6. und 7. Buch Mosis. Das "Geheimnis aller Geheimnisse". Doch diese Spukschwarte stammt mitnichten aus der Feder des biblischen Mose, dem die ersten fünf Bücher des alten Testamentes zugeschrieben werden. Es handelt sich hierbei lediglich um einen publikumswirksamen Titel unter dem ein cleverer Verleger verschiedene magische und pseudreligiöse Schriften zusammengestellt hat. Das liest sich danns so:

"Will man es anstellen, dass ein Mann ein Mädchen zu lieben aufhöre, so betreiche man die Türschwelle des Hauses, in dem das Mädchen wohnt, auf der einen Seite mit dem Herzen, auf der anderen Seite mit der Leber oder Lunge eines Igels und vergrabe selber zuletzt die gebrauchten Fleischstücke unter der Schwelle."

Zu diesem Nonsens erübrigt sich wohl jeder Kommentar. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass solche Rituale wohl in allererster Linie keine übernatürlichen Mächte, sondern den Tierschutzverein auf den Plan rufen würden ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen