Mittwoch, 14. Januar 2009

Sinn und Unsinn von Okkultismus (3) - Todesträume


Mein buntes Haus des Okkultismus wird um eine Aufklärung reicher. Heute mein Thema: Todesträume! Für alle, die nicht wissen, worum es dabei genau geht: Wenn Menschen meinen, sie könnten eine Person im Traum sehen, kurz bevor sie stirbt.

Zunächst sei hier der Fall angeführt, wenn so etwas in der Familie passiert, meist gar nicht unbedingt in Träumen, sondern eher als Vorahnung. Von den Fällen, bei denen das "Opfer" sowieso schwer krank war muss ich gar nicht anfangen. Dies ist nämlich kein Mysterium. Auch wenn die Person nicht krank war, ist es kein Mysterium, sondern Zufall. Immerhin denken die meisten sehr häufig an ihre lieben Verwandten. Daher ist es ganz normal, dass ein Unfall statistisch gesehen mit den Gedanken zusammenfällt, die ein Angehöriger gerade an die Person hat. Außerdem neigen ja auch im Nachhinein viele dazu, einen Zusammenhang zwischen zwei Geschehnissen herzustellen, der gar nicht besteht, nur weil sie zur gleichen Zeit geschehen sind.

Nun aber wirklich mal an die Substanz: Todesträume.

Wenn wir mal vorsichtig schätzen, dass jeder Bürger im Durchschnitt einmal im Leben vom Tod eines anderen, ihm bekannten Menschen träumt, kommen bei 80 Millionen Menschen in Deutschland pro Nacht 2000 Todesträume vor, was ungefähr auch so viel ist, wie tatsächlich Menschen sterben.

Wenn wir nun weiter annehmen, dass die Opfer unter allen Bürgern zufällig ausgewählt sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit rund acht Prozent, dass mindestens ein Todesfall eines bestimmten Tages in der Nacht zuvor von jemandem geträumt wird, was pro Jahr an durchschnittlich 30 Tagen zu einer wahren Todesahnung führt.

Wie man sieht: ein lupenreines Produkt des Zufalls. Hat also mit übernatürlichen Wahrnehmungen nicht das Mindeste zu tun.

Zum Abschluss möchte ein Zitat anführen von Novalis, das passt hier ganz gut in den Kontext wie ich finde:

"Auch der Zufall ist nicht unergründlich, er hat seine Regelmäßigkeit."

1 Kommentar:

  1. wie denkst du über die keltisch/germanische mystische vergangenheit? soll man außer 8 lassen, daß auch die sogenannten weltreligionen auf mystifizierten begebenheiten beruhen?

    jesus, tekton
    mohammd, visionen
    budda, göttlich?

    tom

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