Freitag, 27. März 2009

Gegen die Sperrung kinderpornografischer Seiten

Es ist in aller Munde: Die mögliche Sperrung von Internetseiten mit Kinderpornografie. Hier lohnt es sich auf jeden Fall einen näheren Blick zu riskieren. Nicht auf den Internetseiten, sondern bei der Thematik an sich. Die ganze Sache ist nämlich wirklich gänzlich nutzlos. Aufgrund der unklaren Rechtslage haben sich unter anderem die Telekom, so wie auch weitere Provider, gegen die Sperrung ausgesprochen.

Unsere liebe Ursula vom Familienministerium wirft sich weiterhin leidenschaftlich in den Kampf und kann nicht verstehen, dass die Provider ihr nicht entgegenkommen. Die Internetindustrie müsse daran interessiert sein, ein sauberes Image zu haben. Hm. Und was bringt ein Image, wenn es hinter den Kulissen genauso weitergeht wie zuvor? Genau das wäre der Fall, sollte die Sperrung durchgesetzt werden. Für einen internetkundigen Menschen ist es heute ein leichtes, zum Beispiel eine verschlüsselte Verbindung zu einem ausländischen Server aufzubauen und sich von dort aus zu Servern verbinden zu lassen, die Kinderpornografie enthalten. Und das wäre nur EINE der Möglichkeiten. Wer also wirklich solche Seiten besuchen möchte (und nicht zufällig darauf landet - das ist eine andere Sache), der bekommt sie. Hier sieht man schon, dass es Frau von der Leyen lediglich um den guten Ruf geht. Echtes Interesse am Reduzieren der Kinderpornografie kann ich nicht erkennen. Dies ist ja eigentlich schon schlimm genug, aber mir geht es noch um etwas ganz anderes.

Vor nicht allzulanger Zeit wurdem von oben erwähntem Familienministerium Broschüren herausgegeben namens "Kinder, Liebe, Doktorspiele", in denen Eltern zu "sexuellen Zärtlichkeiten" und "intimen Berührungen" mit ihren Kindern aufgefordert werden. Kann das jemand miteinander vereinbaren? Also ich bin irritiert. Für mich ist das eine klare Anleitung zur Pädophilie, mal ganz krass gesagt. Die Broschüre wurde im übrigen aufgrund "unglücklicher Formulierungen" wieder aus dem Verkehr gezogen. (Nachdem sie an 700.000 Eltern an Schulen und Kindergärtern herausgegeben worden war)

Wie weit will man unsere Meinungsfreiheit denn noch einschränken? (Die ja heute zumal eh nur so lange gilt, bis man etwas sagt, was der Regierung nicht passt). Genau diese verlangte Sperrung der Internetseiten ist der Einstieg in eine umfassende Zensur eines unserer wichtigsten Grundrechte. Das Internet ist bisher das einzige Medium, in dem noch ansatzweise eine uneingeschränkte Meinungfreiheit gewährleistet wird. Nun will man uns auch dieses letzte Stückchen Freiheit nehmen. WO führt das hin?

Ich persönlich bin überzeugt, dass wir ohne diese Nische des Internets lange nicht die Verhältnisse hätten, wir sie heute existent sind. Vielleicht hätten wir uns ein Refugium wie im ehemaligen Ostblock aufgebaut. Gar nicht unwahrscheinlich. Denn genau in diese diktatorische Richtung steuern unsere Polit-Akteure.

Aber klar. Unter dem Deckmantel der Ausrottung von Kinderpornografie kann man ja etwas tun, wofür man, täte man es offen, sofort auf Widerstand stossen würde. Es gibt kein besseres Thema als Kinderpornos, weil jeder, der sich hier dagegenstellt, sofort niedergemacht wird und Gefahr läuft, in ein diffamierendes Fahrwasser gedrückt zu werden.

Aber nun ist man ja kurz davor. Endlich wird das Organ, welches so vielen Politideologen einen Strich durch die Rechnung macht, wirksam zensiert.

Kommentare:

  1. internetkundlichen ist falsch. internetkundigen.

    Der Erbsenzähler.

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  2. Klarer Fall von Doppelmoral: ein Kinderficker im Knast hat schlechte Karten; ein nach der Verbüßung seiner Haft entlassener, in der Öffentlichkeit bekannter Kinderficker noch schlechtere! Andererseits: gebe ich bei Google "Lolita" ein, bekomme ich geschmeidige 32,8 Millionen Suchergebnisse.
    Hurz!

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  3. Okay, ist mir selbst nicht aufgefallen, schon verbesser ;)

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  4. ich glaube ich bin verdammt frei

    ..und wuenschte es gaeb hier kursivschrifft

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