Freitag, 26. Dezember 2008

Weihnachten


Weihnachten

Obgleich die Weihnachtszeit ja gerade schon wieder am Ausklingen ist, will ich es mir nicht nehmen lassen, einige Worte bezüglich dieses Themas zu äussern.

Die große Frage ist: Wer braucht Weihnachten heute noch? Das ursprüngliche Fest der Liebe ist es schon lange nicht mehr. Wenn es überhaupt je eines war, dann ist davon nichts übrig geblieben als artifizielle Freundlichkeit und gespielte, gedrungene Fröhlichkeit. Das alles auf Kommando. Wie auf Knopfdruck. Nichts davon hat allerdings etwas mit Liebe zu tun.

Einen Krieg aller gegen alle haben wir daraus gemacht. Jeder will ganz vorne sein, als allererster an der Weihnachtsfront, dass er bloß nichts verpasst. Jeder einzelne von ihnen nur ein kleiner, unbedeutender Konsumsoldat, zur Pflicht gerufen von Gesellschaft und Opfer der Medien. Wie unheilige Krieger laufen sie alle durch die Menschenmassen und machen Terror an der Ladentheke.

Um uns überall gleißende Lichter, befinden wir uns im Wahn der geilen Blitzlichtgewitter und romantischen Kerzenflammen. Auch nur ein Befehl. Geborgenheit auf Anweisung. Aus sämtlichen Medien sprüht das Feuer, die Hitze und die Glut der Hetze. Der Wahnsinn überwältigt uns, so dass wir gar keine Wahl haben, als selbst zu Bestreitern der Ruhe und Liebe zu werden. Wir machen uns freiwillig zum Gegenteil von dem, was wir sein möchten.

Wir erwerben die LIebe, und das meistens in letzter Minute, gerade noch rechtzeitig, bevor ein anderer uns zuvorkommt. Ist das "Leben"?

Ist es die Dummheit vieler oder die Genialität einzelner? Vielleicht beides. Oder keines davon.

Die so besinnliche Weihnachtszeit ist lediglich ein Lockmittel. Beauftragt, Menschen dazu zu bringen Geld auszugeben, das sie nicht haben. Für Zeug, das niemand braucht. Und wofür das ganze? Um etwas in den Händen zu halten. Ganz egal was. Um die Liebe zu rechtfertigen, die sie gar nicht bieten können.

Fest der Liebe? Fest der Lüge? Fest der Heuchelei und restlos Verbrauchten! Man weiß sich einfach nicht anders zu helfen, als dem Massenwahn hinterherzueifern und letztlich doch mit leeren Händen dazustehen.

Die einen bemerken das erst gar nicht. Die anderen fragen sich dann, warum es so ist. Sind der meinung, sie hätten genug getan. Aber je mehr sie tun, desto weniger werden sie getan haben. Sie sind dumm. Alle sind dumm. Ich ebenso. Denn auch ich stehe mit leeren Händen da. Warte auf die Rückkehr der Liebe, obwohl nciht einmal jemand weiß, wann sie verschwunden ist. Ist sie vielleicht tot? Oder hat sie sich nur versteckt, weil sie Angst hat vor dem, was wir mit ihr Treiben würden?

Das, was fälschlicherweise von vielen als "Liebe" bezeichnet wird, ist nicht das Original. Seinen Kindern das soundsovielte Videogame kaufen ... nur eine kopierte Liebe. Das Original? Nur ein Seconhandgefühl.

Wie ein Lebkuchenherzinfarkt. Süß, am Anfang, aber letztendlich doch niederschmetternd. Jedes Kind mit seinen unschuldigen Augen kann den Wert seiner Geschenke abschätzen und misst daran wie sehr seine ELtern es lieben. Respektlos und geringschätzig. Die kleinen Bälger haben es einfach viel zu gut.

Ich bleibe lieber alleine und mache mir gemütliche Tage. Kerzen kann ich während dem ganzen Jahr anzünden und mich der Stimmung erfreuen. Ich brauche weder Kommerz noch Vermarktung. Mache mir mein Weihnachten wann es mir passt, nicht wann es im Kalender steht. Wenn ich mich danach fühle. Denn es ist eine Schande, dieses ursprüngliche Fest so gewaltsam abzuschlachten, wie unsere Gesellschaft es leider jedes Jahr mehr tut.






Noten bei Notenbuch.de

Kommentare:

  1. Klasse post....das musste mal an die Welt weitergegeben werden.:-)

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  2. Darf ich mir nun raussuchen, ob das ironsich gemeint war? Der Smiley lässt mich leicht zweifeln :)

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  3. Ganz meiner Meinung - alles zur Kommerz- und Konsumkurbel verkommen - Herdentrieb der Menschen - genau, wie diejenigen, die das ganze Jahr mit Miesepetergesicht durchs Leben wandeln und an Fasching zwangsläufig die lustige Maske aufsetzen und fröhlich sind. Eben auf Knopfdruck der Masse anpassen.

    Besinnlich bin ich dann, wenn es passt und mit meiner Situation konform läuft - und das ist wenn ich es sage !

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