Sonntag, 28. Dezember 2008

Sein oder nicht sein


Durch einen Kommentar wurde ich eben dazu angeregt, mir mal Gedanken zu machen, ob es per definitionem überhaupt möglich wäre, dass alles, was wir wahrnehmen, nicht existiert. Dieser Standpunkt ist Teil vieler großer Lehren von Philosophen und ich finde er hat da durchaus seine Berechtigung.

Also, ist es eigentlich überhaupt möglich, das alles, was wir wahrnehmen gar nicht existiert? Weil das Nichtsein ist ja gänzlich unerforschbar, weil man es gar nicht erkennen kann. An sich ist das Wort schon ein einziges Paradoxon. Wenn etwas „nicht ist“, dass es ist es ja nicht nicht, sondern ist „nichts“, und damit IST es ja wiederum etwas, also kann es nicht wirklich nicht sein. Also eigentlich können wir für das „wahre, echte“ NICHTS gar kein Wort erfinden, weil sobald wir es in Buchstaben fassen oder aussprechen, wird es zu etwas Seiendem. Unser Wort „nichtsein“ ist quasi nur der Schatten vom echten.

Aber was für einen Ursprung hat nun das Seiende? Es kann nicht aus dem Seienden hervorgegangen sein, sonst wäre ja ein anderes „Sein“ vorher da gewesen, noch kann es aus dem Nichtseienden entstanden sein, weil es unaussprechbar ist, wie es nicht vorhanden sein könnte. Also warum ist es dann da? Entweder es ist gar nichts da und nichts war jemals da, oder es ist auf alle Fälle da.

Hach, Denken ist eine Krankheit.

Kommentare:

  1. "Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache" sagt Wittgenstein & mit dem solltest du dich mal beschäftigen, wenn dich das Thema interessiert...

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  2. Wissenschaftler meinen, das Universum wäre aus einer Art Quanten-Zwischenwelt entstanden, in der andere physikalische Gesetze gelten. Dort kann aus nichts etwas entstehen.
    Anders ist es gar nicht möglich, etwas aus nichts zu erschaffen, ohne dass vorher schonmal was da gewesen ist : )

    Es gibt das Bekannte, das Unbekannte und dann noch etwas. Ich schätze, Menschen denken so viel über das 3. nach, weil sie mit den anderen beiden Dingen nicht zufrieden sind.
    Omnipotenz - ein Ausweg?

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  3. Es gibt ja auch Anti-Materie bzw. die sogenannte dunkle Materie. Das die da sein muss ist bewiesen, nur in unserem Sprachgebrauch ist es wohl nicht zu fassen und bleibt einfach Nichts, da wir es mit unseren menschlichen Sinnen nicht fassen können. Mit anderen Worten, ich meine, das Nichts ist auch etwas Seiendes, weil man ihm Charaktereigenschaften geben kann. Die Abwesenheit von etwas Gegenständlichem, welches sich mit den Sinnen erfassen lässt, macht für mich eine Sache auch schon zu etwas Seiendem, weil es sich mit etwas attributieren lässt. Oder?

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  4. Eben genau das meine ich. Sobald wir etwas attributieren wird es zu etwas Seiendem. Deshalb ist die Frage ob des "das, was sich nicht attributieren lässt" überhaupt in irgendeiner Art und Weise gibt ...

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