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WHITE NOISE

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Loslassen....

... schafft Freiheit und Raum für Veränderung. Und wenn es nur ein winzig kleiner Ausbruch aus einer Routine ist - man merkt wieder, dass man selbst die Wahl hat, wie man sein Leben gestaltet. Aber Veränderung macht auch immer Angst, weil das Neue ungewohnt ist, und man eigentlich lieber alles beim Alten lassen würde. Aber ahnen tun wir es irgendwie alle, dass es uns weiterbringt wenn wir die Kraft haben, etwas aufzugeben. "Loszulassen." Ich habe in den letzten Jahren vieles losgelassen - Menschen, schlechte Laune, Gewohnheiten, Schmerzen. Und ich verspreche euch - mit ausreichend Übung und Geduld wird es immer einfacher.

Lappalien


Dass uns Neues so aus der Bahn bringt liegt daran, dass heute immer alles "schnell" und am besten "sofort" passieren soll. Wir haben Geschwindigkeit zu einer Tugend erklärt. Ihr kennt das, einer dieser Tage. Festplatte abgestürzt. Zug verpasst. Kaffee leer. Einkaufszettel verlegt. Pizzeria Ruhetag. Das Leben wie es sein soll.

Da muss man sich doch fragen, weshalb diese Nichtigkeiten uns so beeindrucken? Wie kleine Gewitterwolken in der Stimmung verdichten sie sich irgendwann zu einem Unwetter und machen uns bewusst, wie begrenzt unser gezieltes Planen, Kontrollieren und Handeln ist. Wieviele Möglichkeiten die Realität hat, um uns aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wieso können wir solche Dinge nicht einfach so nehmen wie sie sind? Und ist es uns möglich, wenn wir das Loslassen im so kleinen Rahmen üben, es auch bei größeren Dingen schaffen?

Wenn man aufhört zu kämpfen ist man frei. Im Aikido lernt man, dass das eigene Handeln umso wirkungsvoller ist, je weniger Widerstand man leistet. Gilt das auch für die Leiden des Alltags?

Ja, tut es! Ich habs ausprobiert. In dem Moment, wo man die Entscheidung fällt, keine unnötigen Energien mehr durch Widerstand zu verschwenden, kommt man erstaunlicherweise zur Ruhe. So unlogisch das klingt, aber indem wir dem Hindernis Raum geben befreien wir uns davon. Statt uns an etwas festzukrallen sehen wir das was gerade ist, und damit auch die Möglichkeiten, die wir zur Wahl haben.

Das hat nichts damit zu tun Probleme zu ignorieren oder ihnen nachzugeben. Es geht darum sie klar zu sehen, sie als vorübergehende Erscheinungen zu akzeptieren und sich zu zentrieren. Indem man sich ohne gedankliche Störenfriede auf den Moment konzentriert, wird man ganz automatisch effizienter, langsamer und genauer.

Diese Art von Gelassenheit ist allerdings nicht zu verwechseln mit  einer lebensfeindlichen Resignation, die keinen Protest und keine Rebellion mehr zulässt. Zu resignieren bedeutet jede Begeisterung im Keim zu ersticken, und nicht mehr offen für den Reichtum des Lebens zu sein. Loszulassen bedeutet zwar auf Abstand zu gehen, aber nicht gefühllos.  Man nimmt weder Opferrolle noch Siegerpose ein. Loslassen bedeutet nicht, immer wieder jemanden zu suchen der einem Recht gibt oder immer wieder neue Lösungen für alte Probleme zu suchen.

Menschen


Auch wenn wir von anderen fordern, sie sollten loslassen, müssen wir bedenken, dass Loslassen seine ganz eigene Würde hat und niemals Mittel zum Zweck sein darf, mit dessen Hilfe Konflikte übertüncht und vergessen werden sollen. Wenn wir das also von jemandem fordern müssen wir zuerst erkennen dass auch dieser jemand genauso wie wir unvermeidlich leidet. Für manche ist das selbstverständlich, für andere bedarf es erst einiger wachrüttelnder Erfahrungen um das zu erkennen. Die Erkenntnis zum Loslassen lässt sich nicht erzwingen, und schon gar nicht durch "gut zureden" oder "sich zusammenreissen".

Loslassen bedeutet also, den Ballast der Vergangenheit zurückzulassen, Sachen geschlossen zu Ende zu bringen, nicht mehr an Meinungen oder Vorstellungen festzuhalten, die unseren inneren Frieden vergiften und uns die letzten Reserven kosten. Wir wollen immer alles kontrollieren statt es sein zu lassen was es ist, was lediglich ein Beweis für unsere Verhärtung, unsere Angst und unsägliches Misstrauen ist.

Problematische Ereignisse 


Aber so richtig verstehen was Loslassen bedeutet kann man vielleicht erst, wenn man an der Grenze dessen ist, was man aushalten oder ertragen kann. Grenzerfahrungen, Schicksalsschläge, Erschütterungen ... in solchen Momenten kann Loslassen wie ein Wunder sein.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Loslassen üben muss. Wie ein Muskel, der erschlafft wenn er nicht trainiert wird. Es erfordert Selbstdisziplin und Erkenntnis. Man muss JA sagen zu dem Leben was ist, und nicht seiner eigenen Vorstellung davon. Aber ja, man kann sich das bewusst aneignen. Man darf sich nicht versteifen, sondern muss auch bereit sein von etwas abzulassen, wenn einen das Leben in eine andere Richtung als geplant führen will.

Das Ding ist ja ... die normale Reaktion des Menschen auf ein Problem ist dagegen anzukämpfen. Sind die Bemühungen erfolglos legen wir noch ne Schippe drauf und strengen uns noch mehr an. Kämpfen und suchen krampfhaft nach Lösungen.Aber zweimal so viel ist halt nicht doppelt so gut. So oft ist es besser "mit dem Problem zu gehen" statt sich dagegen zu wehren, wie beim Autofahren wenn man die Räder auf Schleuderkurs bringt statt dagegen zu lenken. Statt "fight and flight" lieber einen Schritt zur Seite tun.

Idealbilder 


Wir muten uns viel zu viel zu. Wir sind an dem Punkt, an dem wir lieber scheitern als zuzugeben, dass die Lasten, die wir uns aufgeladen haben, zu schwer waren. Statt 3 Kilo abnehmen müssen es 20 sein. Statt sanftes Stillen des Bewegungsbedürfnisses das tägliche, lieblose Training auf Foltergeräten. Da gibt es plötzlich keine Schokolade mehr, keinen Kaffee. Man will idealer sein, als man ist, und findet sich im nächsten Teufelskreis der Selbstkontrolle und des Versagens. So gibt es zwar immer mehr Fitnesszentren und Gastronomiebetriebe. Aber wo sind die Kinder die gern im Wald spazierengehen? Die gern einfache und gesunde Sachen essen? Die Bewegung nicht erzwingen sondern erleben?

Der Grund dafür ist die uns eingetrichterte Annahme, bei richtigem Einsatz und Willensstärke könnten wir praktisch jedes beliebige Selbstbild und jedes gewünschte Perfektionsideal erreichen. Eine kollektive Überheblichkeit hat sich eingeschlichen.

Diese wird man nur dann los, wenn man weiss was man selbst will. Klingt einfach, ist aber alles andere als das. Oft meinen wir wir müssten wollen, was wir wollen SOLLEN. Wenn wir uns dessen bewusst werden müssen wir uns auch eingestehen, dass jeder von uns so gut handelt, wie es ihm tatsächlich und unter Berücksichtigung seiner Umstände möglich ist. Man kann viel mehr erreichen, wenn man sich von diesen hoch gesteckten Idealen löst und sich stattdessen mit der Wirklichkeit des Lebens anfreundet. Natürlich lösen sich Probleme so nicht in Luft auf, aber wir werden allem zum Trotz zufriedener und toleranter mit uns selbst.

Schlechte Laune und Unzufriedenheit


Überlegt mal selbst, jeder hat das schon erlebt. Auf lange Sicht ist es erfolgreicher, wenn man etwas einfaches tut, etwas das man gerne macht, als etwas dass jemand anders vorgeschlagen hat. Das ist schonmal ein erster Schritt. Der nächste besteht darin zu beobachten, wie wir mit schlechter Laune umgehen. Wir schenken ihr so unglaublich viel Beachtung, schützen und verteidigen sie um jeden Preis. Dabei werden wir taub und blind gegenüber der Fülle des Lebens und der Wirklichkeit. Wir vergiften unser Herz und entstellen uns durch unsere eigene Befangenheit.

Prinzipiell haben wir bei schlechter Laune 3 Möglichkeiten zum Loslassen:

1. Annehmen was IST  (keinen Widerstand leisten, nicht versuchen gegen sie anzukämpfen)
2. Tempo hochfahren (Aktiv den Entschluss fassen sie loszulassen, z.B. aufstehen, bewusst und tief atmen, einmal um den Block laufen)
3. Tempo runterfahren (innehalten, umschalten, z.B. jemanden anrufen, sich aussprechen, sich einen besonderen Tee machen, spazieren gehen, Projekte auf den nächsten Tag verschieben wenn man konzentrierter ist etc.)

Manchmal reicht es schon sich einfach hinzusetzen und im Geiste das Wörtchen "Genug." zu wiederholen. Wenn wir uns daran erinnern, dass es genügt was wir im Moment sind, haben oder wissen, speisen wir ein Gefühl der Zufriedenheit und erklären uns einverstanden mit dem Leben wie es ist. Dazu gehört auch Abschied zu nehmen von überhöhten Phantasien und großen Ansprüchen, weil man Situationen dann anders bewertet. Wenn man sich eingesteht, dass die Dinge auch nicht besser wären wenn man dies und jenes noch besitzen oder erreichen würde, oder wenn man woanders wäre als man es gerade ist - dann hat man losgelassen.

Unser Problem ist, dass wir uns selbst und die Welt immer durch einen Filter sehen. Einen Filter an Vorstellungen, Wünschen, Idealen und Erwartungen. Dadurch beschwören wir Verurteilungen, Entwertungen und Ängste herauf. Erst wenn man diesen Filter ablegt verliert man plötzlich das Bedürfnis nach permanenter Auseinandersetzung und Konfrontation. Der Zwang zum Siegen lässt nach, man wird frei. Man kann vorbehaltlos das annehmen, was das Leben gerade freiwillig anbietet, versucht nicht mehr krampfhaft bestimmte Ereignisse herbeizuführen, und wird demnach auch weniger oft enttäuscht. Ist ja auch logisch - man müsste ja gar nicht erst unzufrieden sein mit dem was man hat, hätte man sich nicht von vornherein schon darauf fixiert was man sucht.

Gewohnheiten


Eine Sache für sich ist auch das Loslassen von destruktiven Gewohnheiten. Meistens wissen wir ja ganz genau was wir sein lassen sollten. Jeder kennt diese innere Stimme die einem ins Ohr flüstert "Tus nicht."  Ein Bier zuviel ... die nächste Zigarette ... Naschen aus Langeweile ... Ich habe gerade die Erkenntnis dass man mit steigender Lebenserfahrung scheinbar immer weniger ignorieren kann, was einem gut tut und was einem schadet. Aber dennoch halten wir stetig an Mustern fest, machen immer wieder dieselben Fehler weil wir die Stimme nicht hören wollen. Da muss man schon ernsthaft die Freiheit des Menschen infrage stellen wenn man bedenkt wie oft wir vor unseren Schwächen kapitulieren und wie selten wir wirklich im eigenen Interesse handeln.

Ein bisschen braucht man das ja - so ein Gewohnheitstier zu sein. Das Leben wäre viel zu mühsam wenn man immer alles neu entscheide müsste. Gefährlich wird es aber dann, wenn diese Erfahrungen uns beherrschen. Bei mir hat es sich bewährt, mich immer zunächst zu fragen, weshalb ich die Gewohnheit loslassen will. Welche Qualitäten gewinne ich dadurch? Also mehr Zeit, Gesundheit, besseres Körpergefühl etc. etc.? Dieses ewige krampfhafte Bewerten und Analysieren der Gewohnheit selbst bringt nur sehr selten was. Stattdessen müssen wir unser eigenes Wesen unter diesen Schichten von Gewohnheiten aufspüren. Dadurch erhält das, was uns gut tut, neue Qualität und wird nicht mehr als Verzicht oder Entsagung empfunden.

Schmerzen

Man kann es tatsächlich trainieren, die Entscheidung Schmerzen anzunehmen. Es braucht Geduld und Selbstvertrauen, aber irgendwann kann man seinem Schmerz freundlich gegenübertreten. Man darf ihn nicht mehr loswerden wollen, sondern muss sich ihm öffnen. Wer den Schmerz als Gegner sieht der hört nicht mehr hin, und kann auch keine Botschaften mehr empfangen. Viele innere Kämpfe entstehen nur dadurch, dass wir durch Widerstand das abwehren wollen, was sich in unserem Leben zuträgt oder getragen hat. Wenn wir aufhören, Bedingungen zu stellen, machen wir uns offen für Dankbarkeit. Das kann man immer und überall üben. Dabei spürt man direkt wie sich der ganze Körper entspannt. Der Herzschlag, die Muskeln, das Energiepotential verwandeln sich. 

Wenn man das nicht hinbekommt gibt es immer noch eine andere Lösung. Nämlich dem Schmerz einfach zu sagen "Ich verstehe dich nicht." Nur diesen Satz. Keine Frage daraus machen, keine Wertung und kein Urteil sprechen. Immer wieder gedanklich sagen "Ich verstehe dich nicht." Denn wenn man etwas nicht versteht, hat man gar keine andere Wahl mehr als anzunehmen was ist und den Weg zur Versöhnlichkeit zu ebnen. Wenn man sich ewig dieselben Fragen zum Warum und Weshalb stellt wird sich nichts ändern, ausser dass das Denken immer enger wird.  

Verluste


Keinem bleiben unangenehme Überraschungen erspart. Und auch wenn wir nicht darauf vorbereitet sind, können wir uns aus der Opferrolle befreien und uns eingestehen, dass auch die schwierigsten Situationen bis zu einem gewissen Grad entschärfbar sind. Solange wir atmen können wir Verlusten nicht entkommen. Wenn es dann soweit ist, können wir es immer nicht fassen, dass unsere Welt kurz zuvor noch ganz anders war. Wir versuchen verzweifelt die Zeiger der Zeit zurückzudrehen, etwas ungeschehen zu machen, obwohl wir bereits wissen, dass es aussichtslos ist.

Der Schlüssel hierbei war für mich, mich von den tief verwurzelten Wünschen und Erwartungen nach Gerechtigkeit zu befreien, und nicht mehr länger auf das Verlangen meines Egos zu hören. Und wenn mein Tag noch so frustrierend und verlustreich war, wenn mir mein Leben nicht mehr lebenswert erscheint, und ich absolut nicht mehr in der Lage bin, die Kostbarkeiten zu sehen - dann bleibt mir immer noch eines: Den Tag einem anderen Menschen zu schenken, der ihn gebrauchen könnte.


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Das Herz ... wir berufen uns immer wieder auf das Herz. "Tief im Herzen weiß ich" .... "von Herzen!" ... "da lacht das Herz" ... "es zerbricht mir das Herz" ... was meinen wir damit?

Irgendwie leben wir in einem System, in dem wir uns einbilden, dass Gefühle, Empfindungen und Phantasien von Herzen kommen. Aber unser "Herz" ist nur eins: eine Pumpe. Alles was wir fühlen, empfinden und denken ist auf unseren Kopf beschränkt. Auf Hunderte von Zentren, die alles steuern.

Das muss man sich erstmal bewusst machen! Emotionen sind im Kopf. Bewusstsein hingehen nicht, im Gegenteil, unser Kopf ist vielmehr im Bewusstsein. Im riesengroßen, unendlichen Sein. Während Emotionen, Ansprüche, Wünsche im Kopf stattfinden. Irgendwann werden sie austrocknen, und unser Kopf wird für immer von der Erde verschwinden. Nicht so unser Sein, denn dieses ist nicht in uns enthalten, sondern wir in ihm. Es ist unendlich größer als wir.

Unsere Gefühle, Gedanken und Emotionen kommen von außen. Diese ganzen Dinge, mit denen unser Kopf zugestopft ist, werden von außen manipuliert. Sie haben nichts mit uns zu tun. Unsere einzige Sünde ist die, dass wir uns damit identifizieren.

Vielleicht ist dieses ganze Theater ums Herz aber auch nur erfunden worden, weil man eine Erklärung für die Liebe gesucht hat, weil sie uns so nervös macht. Unsere über Jahre erworbenen Fähigkeiten liegen im bewussten Bereich unserer Wahrnehmung, die Liebe hingehen kommt aus dem Unbewussten, und deshalb wissen wir nicht, was mir mit ihr tun, und wie wir mit ihr umgehen sollen. Sie überwältigt uns, deshalb haben wir Angst vor Emotionen.

Nur im Kopf leiden wir und sind unglücklich. Wir haben alle möglichen Sehnsüchte, Wünsche, Vorstellungen - lauter Projektionen. Unser wahres Selbst aber ist dahinter. Wir verwechseln Sentimentalität gerne mit Spiritualität. Aber Emotionen sind genauso mentale Prozesse wie Gedanken. Egal wie emotional wir werden, wieviele Tränen wir vergießen, spirituell wird es dadurch trotzdem nicht. Auch Tränen sind körperlich, eine Aufruhr unserer physischen Energien. Wo ist also dieses Herz, auf das sich alle berufen?

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Das "Ego" ist nicht real. 


Es gibt überhaupt kein "Ego".  Es ist nur eine Illusion, eine Vorstellung von einem separaten "Ich", das unabhängig von allem anderen besteht. Dabei hat es mit unserem "Ich" überhaupt nichts zu tun, es ist sogar das komplette Gegenteil. Es ist eine Täuschung, die uns von der Gesellschaft gegeben wurde, damit wir ein Spielzeug haben, mit dem wir uns beschäftigen können, währenddessen wir nicht auf die Idee kommen, nach der Wahrheit zu fragen.

In unserer Gesellschaft wird der einfache Mensch nicht als erstrebenswertes Ziel angesehen. Das Ziel kann er auch gar nicht sein, weil jeder Mensch von Geburt an einfach ist. Jeder von uns ist mit einem reinen, authentischen Selbst geboren.  Doch dann wurden nach und nach falsche Selbste in uns erzeugt. Du bist Christ, Muslime, ein Schwarzer, ein Hesse! Man gibt uns Namen. Namen, mit denen wir Ehrgeiz und andere Konditionierungen verknüpfen.

Schließlich verbringen wir knapp ein Drittel unseres Lebens damit, uns von Schule, Kirche, Betriebe und Universitäten unser Ego aufbauen zu lassen. Und bis wir dann von der Arbeit kommen, haben wir unser natürliches, unschuldige Selbst längst vergessen. Wir haben uns ein überdimensionales Ego erarbeitet, mit Auszeichnungen und Titeln, Dr. summa cum laude.



Dieses Ego will nur eines: immer überall an der Spitze sein. Es hat viele Wünsche und hohe Ambitionen, während es uns ausbeutet und uns den Blick auf unser wahres Selbst verbaut. Warum ist das einfach sein für uns nicht wünschenswert? Weil die Elite möchte, dass wir krank bleiben. Gesund und heil zu sein, einfach zu sein, liegt nicht in ihrem Interesse, weil wir dann eine Gefahr für ihre Machtgelüste sind. Deshalb wollen wir nicht einfach sein. Niemand will ein Niemand sein.

Werden macht krank, Sein ist gesund. Von dieser Erfahrung schmecken allerdings die wenigsten - einfach, gesund und glücklich zu sein. Denn das gestattet uns die Gesellschaft nicht, und deshalb kennen wir nur diese eine Form von Existenz, nämlich die des "Ego". Man impft uns ein, wir müssten wie Jesus werden.

Und genau da muss man vielleicht anfangen: alles verwerfen, was die Gesellschaft uns eingeredet hat, was wir sind. Das alles bin nicht ich - denn nur ich selbst kann wissen wer ich bin. Nicht meine Lehrer, nicht ein Priester, nicht Ärzte und auch nicht meine Eltern. Außer mir wird niemandem Zutritt zu einem wahren Wesen gewährt, deshalb kann alles, was man mir über mich erzählt, nur falsch sein!

Das Ego ist also nicht nur nicht real, sondern es richtet auch eine ganze Menge Unheil an. Es bringt uns Kriege, Ängste, Konflikte, Neid und Eifersucht. Wir sind depressiv, fühlen uns als Versager und vergleichen uns ständig mit anderen. All das tut schrecklich weh, denn alles können wir nicht haben. Die da ist schöner, der da ist reicher, und sowieso wissen sie alle mehr als ich. Ihr meint das tut euch weh? Nein. Das tut euch weh wegen eures Egos.  Wegen dieser großen Lüge, die ihr als Wahrheit akzeptiert habt.


Das alles im Interesse der Elite. Stellt euch mal vor, wie dieses olympische Gerangel auf der Welt plötzlich zum Stillstand kommen würde, wenn jeder sich bewusst würde, dass er auch ohne Ego sein kann. Doch mit unserem Streben nach Macht, Geld und Ansehen suchen wir uns immer neue Stützen, um die Illusion aufrecht zu erhalten. Wir wissen zwar, dass der Tod es irgendwann alles vernichtet, aber dennoch hoffen wir weiter, denn es könnten ja alle sterben außer wir selbst. Was in gewisser Weise ja auch stimmt, denn immer nur sehen wir die anderen sterben. Doch all diese Leute haben es genauso gesehen, der Tod ist gekommen, und hat ihre Fiktion zerstört.

Wer schon einmal meditiert hat der weiß: im reinen Augenblick kann man bei sich kein Ego finden. In der puren Gegenwart gibt es nur stille Freude, stilles, reines Nichts. Das führt zu einer gewissen Demut, weil man zwangsläufig erkennt, dass es sowas wie "Identitäten" gar nicht gibt. Nur an der Oberfläche haben wir Namen und eine Identität, aber wenn man ins Zentrum schaut verschwindet das alles - es bleibt ein universelles Sein.

Momente dieses Seins finden wir z.B. im traumlosen Schlaf. Auch wenn der von 8 Stunden nur etwa 2 ausmacht - dann regenerieren wir uns, denn dann gibt es keine Gedanken und Träume.  Ebenso wie in Momenten großer Gefahr, weshalb es für uns auch so eine Faszination birgt, sich gefährlichen Situationen auszusetzen. Der Verstand kann nur denken, solange wir sicher sind. Die Gefahr macht uns spontan, und dann erkennen wir, dass wir nicht das Ego sind. Auch wer einen Sinn für Schönheit und Ästhetik hat kann hier eine offene Türe finden. Ein schöner Mensch, ein Sonnenuntergang, eine Seerose - sobald etwas von uns Besitz ergreift vergessen wir uns selbst und das Ego entgleitet uns (so flüchtig ist es im Grunde!). Deshalb achtet mehr auf diese Augenblicke, und schafft Situationen in denen sie passieren.



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Und hier kommenden die erfreulichen Neuigkeiten der Woche:
  • Durch Nanopartikel-Filterung wurde eine neue Methode zur Entgiftung von Wasser entdeckt.
  • Der Bartgeier ist nach einstiger gnadenloser Ausrottung in der Wildbahn zurück - in den letzten 30 Jahren wurden über 200 Exemplare, unter anderem aus Andalusien, in den Alpen ausgesetzt.
  • Im kommenden Jahr soll das erste faltbare Smartphone auf den Markt kommen.
  • Pro Jahr werden nun 20 % weniger Alzheimer-Neuerkrankungen verzeichnet.
  • Die EU-Umweltagentur und die EU-Kommission haben Deutschland erneut Spitzenwerte bei der Wasserqualität bescheinigt - sowohl bei den Badegewässern, als auch bei Nord- und Ostseeküste sowie den meisten Flüssen und Seen.
Also, freut euch ihr Säcke ✌️ 
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Er ist wieder da - der Gute-Nachrichten-Sonntag! Nach 6 Jahren Pause wird es echt mal wieder Zeit für ein paar positive vibes. Aaaalso, diese Woche vermelde ich folgende höchst erfreuliche Begebenheiten:


  • In Neuseeland gelten nun alle Tiere per Gesetz als empfindungsfähige Wesen mit Gefühlen wie wir Menschen
  • In Lübeck wird gerade ein Schiff gebaut (die "Seekuh"), die den Job hat das Meer von herumtreibendem Plastikmüll zu befreien
  • Venezuela verbietet gentechnisch verändertes Saatgut
  • Im Hamburg sinken die Mietpreise für Wohnungen und Häuser stetig
  • Abschaffung der Störerhaftung: Künftig kann man sein WLAN für andere freigeben, ohne für den Missbrauch zu haften!
  • Ubisoft will Tom Clancys The Division in die Kinos bringen ;)
  • Forscher haben den genetischen Ursprung von Multipler Sklerose entdeckt
Naa, ist das nix?!
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Schonmal jemandem aufgefallen ...


 dass der Dalai Lama scheinbar ein Interview über Flüchtlinge in Deutschland gegeben hat? Hat sich jemand mal die Mühe gemacht und es gelesen? Nein?

Dann hier die große Überraschung: Von den 17 ihm gestellten Fragen befassten sich genau .... eine mit der Flüchtlingskrise. Die anderen, hochinteressanten Sachen, werden dank einseitiger Berichterstattung in sämtlichen Medien völlig in den Hintergrund gedrängt. Man WILL uns dieses Thema mit Gewalt aufzwingen wo es nur geht, wozu? Auch interessant ist die die Umdeutung vieler seines Satzes  "Deutschland kann kein arabisches Land werden." in "Deutschland darf kein arabisches Land werden." Na, wer merkt den Unterschied?

Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, hier einmal ein paar andere Aussagen des Dalai Lama in dem Interview, die ebenso interessant für die Berichterstattung wären:

  • Er lebt seit über 57 Jahren in der Freiheit Indiens. Eine Rückkehr nach China wäre für ihn zwar vorstellbar, aber solange er das Gefühl hat in Indien mehr zu bewirken, wird er dort bleiben und möchte auch dort sterben. Dabei hat er nicht das Gefühl, die Tibeter im Stich zu lassen, im Gegenteil, diese Ansicht sieht er als feudalistisches Gedankengut.
  • Er könnte eventuell der letzte Dalai Lama sein, und kann damit auch absolut leben, wenn diese Institution abgeschafft wird. Die Entscheidung dazu liegt allein beim tibetischen Volk.
  • Im Jahr 2001 hat er bereits einen Teil der politischen Führung abgegeben, die ein Dalai Lama traditionell als weltlicher und spiritueller Führer hat. 2011 schließlich ist er von sämtlichen politischen Aufgaben zurückgetreten und hat seine weltliche Führung freudig und mit Stolz abgegeben. 
  • Dennoch befürchtet er, dass die Tibeter ohne seine Führung teilweise zu Gewalt greifen könnten.
  • Die Äußerungen des Dalai Lama zum Thema Reinkarnation werden von der chinesischen Regierung als Blasphemie bezeichnet, obwohl es das größte buddhistische Land der Welt ist.
  • Der ältere Bruder des Dalai Lama hatte Verbindungen zur CIA und war der maßgebliche Drahtzieher zur Ausbildung einiger Tibeter für den bewaffneten Widerstand und die Bildung einer Art Guerilla-Organisation. Hiervon distanziert er sich jedoch.
  • Für ihn gibt es aber durchaus Situationen, in denen Gewalt gerechtfertigt ist. Er würde beispielsweise die Sünde des Mordes in Kauf nehmen, wenn er mit einem Mord 499 andere Personen vor dem Tod bewahren könnte.
  • George W. Bush war ein guter Freund des Dalai Lama, und hatte in seinen Augen tatsächlich nur das Ziel, Demokratie in den Irak zu bringen und eine Person zu eliminieren. Dass er jedoch dabei die falschen Mittel wählte, das erkennt auch sein "guter Freund" an.

Wer sich noch weiter dafür interessiert, was der Dalai Lama aus erster Hand berichtet, dem kann ich ein Buch aus meinem Regal empfehlen. "Das Buch der Menschlichkeit: Eine neue Ethik für unsere Zeit" ist ein Leitfaden, mit dem man lernt, jeden Tag sein Leben etwas glücklicher zu gestalten. Hier erklärt der Dalai Lama quasi in einfachen Worten (auch für eher "kopflastige", nicht nur für Abgehobene und Esoteriker) worum es ihm geht, ohne dabei zu religiösen Heilslehren zu greifen. Er appelliert stattdessen an das logische Denken und die Vernunft des Lesers.






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Puuuh, 6 Jahre - 6 Jahre ist es her, dass ich hier gepostet habe! Ich könnte jetzt versuchen es auf verlorene Zugangsdaten zu schieben oder dergleichen - aber ich bin ja anonym, wem sollte ich was vormachen ;) Also Fakt ist, dass mein Leben mehr als eine 180 Grad Wendung getan hat in der Zeit.. Ich schätze ich bin das, was man so allgemein "erwachsen" nennt, geworden. Es war einfach so viel los, ich schätze mal das war die berühmte Selbstfindungsphase... die zwar irgendwie nie vorbei ist, aber gut ...

In der Zwischenzeit ist meine kleine Privatbibliothek auf eine beachtliche Größe von 3500 Büchern angewachsen (die aus Papier. Ja, die gibts noch.). Und da ich nicht mehr so der Typ bin, der anderen sein vermeintliches "Wissen" aufdrängt, was anderswo viel präziser, besser recherchiert und verständlicher zu finden ist, dachte ich mir ich wärme den Blog mal wieder ein bisschen auf, um euch die eine oder andere Buchempfehlung dazulassen.

(Mir fällt gerade auf dass es gar nicht so leicht ist, wieder in die Blogger Mentalität zu schlüpfen.)

Da mir gerade viel zu viele gute Empfehlungen im Kopf rumspuken, beginne ich einfach mal mit dem letzten Buch was ich beendet habe: "Die Rockefeller: Ein amerikanischer Albtraum". Der Name ist ja schon der Inbegriff von Verschwörung, aber ich finde man sollte dieses Wort endlich mal von seinem Dogma befreien, also hell yeah, es geht um ne fucking Verschwörung. Und wer da ein bisschen den Vorhang heben will, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Interessant und aufschlussreich Berichtet Tilman Knechtel von dieser Familie, ihren Mitgliedern und den Folgen ihres Wirkens. Wer waren die Rockefellers? Wie sind sie an ihren sagenhaften Reichtum gekommen? Wie kann sie eine solch unvorstellbare Macht so zentrieren?

--- hier bestellen ---

Das Buch ist auf jeden Fall mehr als eine bloße Familienhistorie. Hier werden Fragen aufgeworfen, zum Teil beantwortet. Nicht nur familienspezifische Fragen, sondern auch komplexe Zusammenhänge von Geld und Macht auf der Welt werden erläutert. Auch der Frage "Welches Endziel verfolgen die Rockefellers?" wird nachgegangen. Hier erfährt man letztendlich, dass es natürlich nicht nur um Amerika geht (wie der Titel vielleicht vermuten lässt), sondern auch um Europa und generell eine globale Elite.

Wieso sollte man jetzt sowas lesen .... naja. Wenn man ein wenig über die Taktiken und Mittel dieser Strippenzieher Bescheid weiß, hat man eher die Möglichkeit sich zu wehren oder zu wiedersetzen als wenn man nicht einmal weiß, wie einem da mitgespielt wird.

Das ganze ist zwar sachlich und hintergründig geschrieben, aber kein bisschen trocken und auch für Anfänger der Materie absolut verständlich. Endlich mal ein deutsches Buch zu dem Thema, das so hinterfragend ins Detail geht.

So, das wärs fürs Erste ;) Ich bin jedenfalls gutes Mutes, dass ich euch ab jetzt wieder mit etwas Erkenntnis bereichern kann.

Cheerio ✌️
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Dreadlock Stylistin. 7 Katzen. 2 Hunde. 3500 qm Garten.

10 Jahre gibt es diesen Blog nun schon. Hier geht es um Philosophie, Lebensfreude, Garten und Natur, Essen ... und hin und wieder packt mich auch mal die Reiselust.

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