Montag, 13. Juni 2016

Das Ego - eine Lüge

Das "Ego" ist nicht real. Es gibt überhaupt kein "Ego".  Es ist nur eine Illusion, eine Vorstellung von einem separaten "Ich", das unabhängig von allem anderen besteht. Dabei hat es mit unserem "Ich" überhaupt nichts zu tun, es ist sogar das komplette Gegenteil. Es ist eine Täuschung, die uns von der Gesellschaft gegeben wurde, damit wir ein Spielzeug haben, mit dem wir uns beschäftigen können, währenddessen wir nicht auf die Idee kommen, nach der Wahrheit zu fragen.

In unserer Gesellschaft wird der einfache Mensch nicht als erstrebenswertes Ziel angesehen. Das Ziel kann er auch gar nicht sein, weil jeder Mensch von Geburt an einfach ist. Jeder von uns ist mit einem reinen, authentischen Selbst geboren.  Doch dann wurden nach und nach falsche Selbste in uns erzeugt. Du bist Christ, Muslime, ein Schwarzer, ein Hesse! Man gibt uns Namen. Namen, mit denen wir Ehrgeiz und andere Konditionierungen verknüpfen.

Schließlich verbringen wir knapp ein Drittel unseres Lebens damit, uns von Schule, Kirche, Betriebe und Universitäten unser Ego aufbauen zu lassen. Und bis wir dann von der Arbeit kommen, haben wir unser natürliches, unschuldige Selbst längst vergessen. Wir haben uns ein überdimensionales Ego erarbeitet, mit Auszeichnungen und Titeln, Dr. summa cum laude.


Dieses Ego will nur eines: immer überall an der Spitze sein. Es hat viele Wünsche und hohe Ambitionen, während es uns ausbeutet und uns den Blick auf unser wahres Selbst verbaut. Warum ist das einfach sein für uns nicht wünschenswert? Weil die Elite möchte, dass wir krank bleiben. Gesund und heil zu sein, einfach zu sein, liegt nicht in ihrem Interesse, weil wir dann eine Gefahr für ihre Machtgelüste sind. Deshalb wollen wir nicht einfach sein. Niemand will ein Niemand sein.

Werden macht krank, Sein ist gesund. Von dieser Erfahrung schmecken allerdings die wenigsten - einfach, gesund und glücklich zu sein. Denn das gestattet uns die Gesellschaft nicht, und deshalb kennen wir nur diese eine Form von Existenz, nämlich die des "Ego". Man impft uns ein, wir müssten wie Jesus werden.

Und genau da muss man vielleicht anfangen: alles verwerfen, was die Gesellschaft uns eingeredet hat, was wir sind. Das alles bin nicht ich - denn nur ich selbst kann wissen wer ich bin. Nicht meine Lehrer, nicht ein Priester, nicht Ärzte und auch nicht meine Eltern. Außer mir wird niemandem Zutritt zu einem wahren Wesen gewährt, deshalb kann alles, was man mir über mich erzählt, nur falsch sein!

Das Ego ist also nicht nur nicht real, sondern es richtet auch eine ganze Menge Unheil an. Es bringt uns Kriege, Ängste, Konflikte, Neid und Eifersucht. Wir sind depressiv, fühlen uns als Versager und vergleichen uns ständig mit anderen. All das tut schrecklich weh, denn alles können wir nicht haben. Die da ist schöner, der da ist reicher, und sowieso wissen sie alle mehr als ich. Ihr meint das tut euch weh? Nein. Das tut euch weh wegen eures Egos.  Wegen dieser großen Lüge, die ihr als Wahrheit akzeptiert habt.


Das alles im Interesse der Elite. Stellt euch mal vor, wie dieses olympische Gerangel auf der Welt plötzlich zum Stillstand kommen würde, wenn jeder sich bewusst würde, dass er auch ohne Ego sein kann. Doch mit unserem Streben nach Macht, Geld und Ansehen suchen wir uns immer neue Stützen, um die Illusion aufrecht zu erhalten. Wir wissen zwar, dass der Tod es irgendwann alles vernichtet, aber dennoch hoffen wir weiter, denn es könnten ja alle sterben außer wir selbst. Was in gewisser Weise ja auch stimmt, denn immer nur sehen wir die anderen sterben. Doch all diese Leute haben es genauso gesehen, der Tod ist gekommen, und hat ihre Fiktion zerstört.

Wer schon einmal meditiert hat der weiß: im reinen Augenblick kann man bei sich kein Ego finden. In der puren Gegenwart gibt es nur stille Freude, stilles, reines Nichts. Das führt zu einer gewissen Demut, weil man zwangsläufig erkennt, dass es sowas wie "Identitäten" gar nicht gibt. Nur an der Oberfläche haben wir Namen und eine Identität, aber wenn man ins Zentrum schaut verschwindet das alles - es bleibt ein universelles Sein.

Momente dieses Seins finden wir z.B. im traumlosen Schlaf. Auch wenn der von 8 Stunden nur etwa 2 ausmacht - dann regenerieren wir uns, denn dann gibt es keine Gedanken und Träume.  Ebenso wie in Momenten großer Gefahr, weshalb es für uns auch so eine Faszination birgt, sich gefährlichen Situationen auszusetzen. Der Verstand kann nur denken, solange wir sicher sind. Die Gefahr macht uns spontan, und dann erkennen wir, dass wir nicht das Ego sind. Auch wer einen Sinn für Schönheit und Ästhetik hat kann hier eine offene Türe finden. Ein schöner Mensch, ein Sonnenuntergang, eine Seerose - sobald etwas von uns Besitz ergreift vergessen wir uns selbst und das Ego entgleitet uns (so flüchtig ist es im Grunde!). Deshalb achtet mehr auf diese Augenblicke, und schafft Situationen in denen sie passieren.



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