Mittwoch, 22. April 2009

Eigennutz und Emotion - Die Krux der Schuld in der Liebe

Wenn wir ein geliebtes Wesen verlieren, was ereilt uns nicht lange danach? Vielleicht Wut. Vielleicht Angst. Am meisten aber Schuldgefühle. Wir schreiben uns selbst die Verantwortung für den Verlust des geliebten Wesens zu und werfen uns alle Worte und Taten vor, die vielleicht zum Niedergang der Liebe/Freundschaft beigetragen haben.

Meist nehmen diese Vorwürfe die Gestalt von Fragen an, die wir uns selbst stellen. Etwa in der Form wie:

Wie konnte ich nur so dumm/unnachgiebieg/gemein/unehrlich/mürrisch [...] sein?
Warum bin ich nicht auf sie/ihn eingegangen?
Warum begehe ich die gleichen Fehler immer wieder?
Was soll ich jetzt bloß tun?
etc.pp.

Im Nachhinein erscheint uns das Wesen dann als Wunder an Großzügigkeit und Zärtlichkeit, während wir uns selbst als unaufmerksam und egoistisch bezeichnen. Dies bringt viele dann dazu lange, reuevolle Briefe zu schreiben, in denen sie ihre unvergängliche Liebe zusichern. Einfach um des Verfassens Willen meist, da es ungemein Erleichterung verschafft (Obgleich das ganze nur eher selten gute Früchte trägt. Das Wesen antwortet in der Regel gar nicht).

Eine weitere Überlegung: Woran erkenne ich, ob jemand wirklich aus Liebe bei mir ist, und nicht aus purem Eigennutz? Meist wird diese Frage von reichen Männern gestellt, die einen höheren sozialen Status haben, oder von Playmate-Mädels, die aufgrund verwirrender Erscheinung, erotischer Ausstrahlung oder Prestigegründen wie eine Trophäe wirken, die das Publikum beeindrucken soll.

Ist es vielleicht normal, dass Liebe eine Mischung aus Eigennutz und Emotionen ist? Man kann ja unterscheiden zwischen materiellen und emotionalen Interessen. Ersteres meint man immer, ganz deutlich von der Liebe unterscheiden zu können. Jedoch kann es doch durchaus auch möglich sein, dass eine Frau sich in eien reichen Mann verliebt, weil sie sich durch sein Geld einfach beschützt und sicher fühlt. Dieses Sicherheitsgefühl lässt dann vielleicht die Liebe aufkeimen, die dann auch andauert, selbst wenn der Mann sich vielleicht finanziell ruiniert hat.

Verlangen, Besänftigung und Zufriedenheit - das ist es,was schöne Menschen so verführerisch macht, sich in die zu verlieben. Alles Dinge, die eben auch zur Liebe gehören.

Im Idealfall ist es ja immer noch so (trotz floskelhafter Abnutzung dieser Phrase - in der Realität ist das schwerer, als es sich sagen lässt!), dass man den anderen trotz seiner Fehler lieben kann. Ich denke erst dann ist das die Art von Liebe, die uns einen Menschen in seiner ganzen Schönheit sehen lässt, die anderen vielleicht verborgen bleibt. Ich denke darin liegt das Geheimnis. Die Schönheit eines anderen dann noch zu erkennen, wenn andere sie schon nicht mehr sehen.

Aber die wirkliche Schwierigkeit liegt ja eigentlich in den Beziehungen, in denen fast immer alles glatt läuft. So lässt sich schwerlich feststellen, wie viel Eigeninteresse tatsächlich in der Beziehung steckt. Der Prüfstein sind die schlechten Zeiten. Wenn man selbst dann noch zueinander stehen kann, sollte man in Erwägung ziehen sich einen Ring zu basteln und in die Karibik auszuwandern ...

1 Kommentar:

  1. ich bitte dich
    die liebe die sich nich aufbroeseln laesst
    hab ich weder erlebt noch gesehen
    alles hat einen grund
    beinahe jeder davon ist egoistisch
    es gibt nichts was man mit genuegend fragen nich kaputt machen kann
    ..und wuerde man es doch erleben waere man nur noch verfluchter

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