Mittwoch, 15. April 2009

Deutsche verkaufen ihr Erstgeburtsrecht

Für die Politiker unseres Staates gehört es zum guten Ton sich möglichst häufig nebst US-Präsident Obama vor der Kamera zu präsentieren, der zwar auch nur mit Wasser kocht, aber Tausende Menschen dazu bringt, in Trauben an seinen Lippen zu kleben. Presse und Kameras haben diesen integren, lässig wirkenden Polit-Prediger einfach lieber als die altbekannten, stocksteifen grauen Mäuse unserer Reihen. Dabei scheint es ihnen nicht aufzufallen, dass sie neben dieser bunten Kreatur noch viel grauer aussehen.

Früher pinselte man provokativ an die Uni- und Hauswände: "Wahlen ändern nichts - sonst wären sie ja verboten". Heute ist das keine Provokation mehr, sondern die Meinung der relativen Mehrheit der deutschen Bürger. Wahl für Wahl laufen wir den großen Volksparten schneller davon.

Die ganze Zeit werden Politiker mit Attributen wie farblos, langweilig etc. betitelt. Plötzlich winken sie mit der Brieftasche und sind besessen von ihrer Abwrackprämie - und auf einmal hört ihnen wieder jeder zu.

Für jeden von uns stellt sich also die Frage, was man mit diesen ausgelutschten, abgegriffenen Parteien nun tun soll. Keiner traut ihnen mehr so wirklich, aber keiner traut sich selbst eine Veränderung zu. Sie einfach loszuwerden scheint unmöglich. Nicht mal eine Prämie gäbe es dafür. Kein Wunder, dass immer mehr Deutsche in die Resignation flüchten und sich zum Nichtwählertum bekehren.

Wenn wir mal ehrlich sind müssen wir zugeben, dass der Staatsapparat eine unangreifbare Macht besitzt. Welche Möglichkeit hat der Kleinbürger von nebenan, Rechte einzufordern? Die Macht der Parteien auf den Staat wurde durch jahrzehntelange Arbeit und Ausbau so gefestigt und ausgeweitet, dass dieser und seine Institutionen nahezu unantastbar geworden sind. Wir haben unser Erstgeburtsrecht verkauft.

Geld austeilen bringt Macht. Denn es bringt Bürokratie. Und die schafft Abhängigkeit. Und ganz gleich welche Ungewissheiten und Wechselfälle eine Wahl mit sich bringen würde, die Abhängigkeit und Klientelverhältnisse bleiben weiterhin bestehen.

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