Samstag, 27. März 2010

Das Prinzip der Unsterblichkeit

In Anbetracht dessen, dass eine Art "ewiges Leben" schon seit 1999 bei uns bekannt ist, zweifle ich wirklich an meiner Belesenheit, weil dieser Fakt trotz Bio-LK total an mir vorbeigegangen sein muss. Es gibt tatsächlich ein Tier, das (theoretisch) Millionen von Jahre oder länger (= "ewig") existieren kann. "Turritopsis nutricula" nennt es sich - eine im Mittelmeer lebende Quallenart.

Das Prinzip der Unsterblichkeit ist denkbar einfach: Altern muss auch diese Qualle. Aber statt zu sterben sinkt sie auf den Meeresboden und erneuert ihre Körperzellen, die nicht mehr funkionieren, sodass Nessel- und Nervenzellen ihre eigentliche Funktion verlieren und wieder in ihren Ausgangsstatus - die "Jugend" - zurückkehren. Somit besteht die Qualle also wie nach ihrer Geburt nur noch aus Zellen, die wie unbeschrieben Blätter sind und sich in jede beliebige spezialisierte Zelle umwandeln lassen.

Der einzige Grund, warum die meisten dieser Tiere eben doch nicht ewig leben, sind ihre natürlichen Fressfeinde im Meer sowie Naturgewalten wie Stürme etc., die dann viele davon ans Ufer treiben. Wir sind mit unseren Abwassern auch nicht ganz unschuldig.

So, und nun kommt der Mensch und brüstet sich mit seinem so unglaublichen aufgeklärten, umfangreichen biologischen Wissen. "Im großen und ganzen kennen wir das biologische System - es sind Kleinigkeiten, die noch fehlen." (Hat mein Bio-Lehrer immer gesagt) Irgendetwas in mir wehrt sich dagegen, das zu glauben. Wer sagt, dass wir nicht völlig falsch liegen? Irgendwo muss ja der Denkfehler liegen, wenn wir Stahlkonstrukte in eine Meerestiefe hinablassen, in der sie wie eine Papiertüte zusammengefaltet werden, und direkt daneben ein wabbeliges Etwas mit einer fünfzigstel Millimeter dicken Haut mit einer Leichtigkeit vorbeischwimmt wie in der Schwerelosigkeit - und sich das mit unserem wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht vereinen lässt.

Nochmal:

massives Stahlkonstrukt - durch den Druck zerstört
Wabbeltier mit Haut, die so dick wie eine einzige Zelle ist - lebt in völliger Harmonie

Und da sagt ihr, uns fehlen nur noch Kleinigkeiten, um das biologische System zu verstehen.

[Bildquelle]

Kommentare:

  1. Füll dein massives Stahlkonstrukt einfach mit Wasser. Dann lebt es auch in völliger Harmonie, egal wie tief im Ozean.

    AntwortenLöschen
  2. Servus,

    der Mensch würde gerne glauben, dass er alles und jeden verstehen kann, in der Lage ist, alles auseinander zunehmen und dessen Eigenschaften auf andere Dinge zu übertragen.

    Ich glaube nicht, dass wir kurz vor der Lösung auf die Frage nach "dem Leben, dem Universum und Allem" stehen. Vielleicht ist das auch besser so...

    FLAGSHiP

    AntwortenLöschen