Mittwoch, 14. Oktober 2009

Auch in England sind alle pädophil

In England ist es nun so: Wer dort Kontakt zu Kids hat, muss sich registrieren lassen. So will man nun wirksam gegen Pädophile vorgehen. Das ganze ist die Reaktion auf einen Doppelmord an zwei Mädchen vor sieben (!!) Jahren. Ist doch auch logisch. Der Pädophile will sich gerade ein Kind vom Spielplatz klauen, denkt sich aber in letzter Minute "Ach scheisse, die Registrierung!" Um Missverständnisse zu vermeiden, gleich mal die dortige Definition von "Kontakt":

"Häufigen Kontakt" zu Kindern hat dort, wer bereits einmal im Monat in die Nähe von Kindern kommt, die nicht seine eigenen sind. Alle diese müssen sich bei der Behörde registrieren lassen. Ab dreimal monatlich ist es dann "intensiver Kontakt". Das neue Register soll dann über 11 Millionen Briten umfassen. Wer sich weigert, zahlt 5000 Pfund und wird ins Strafregister eingetragen. Die ISA erhält das Recht, jedem Menschen den Kontakt zu Kindern zu verbieten wenn SIE meint, ein Risiko zu entdecken.

Diese Risiken seien unter anderem: "schwere emotionale Einsamkeit" oder "impulsive, instabile oder chaotische Lebensführung" oder gar "Verwendung berauschender Substanzen". Wenn mir vielleicht mal jemand erklären könnte, was das mit Pädaophilie zu tun hat? Naja, also ich wäre jedenfalls schon mal höchst verdächtig. D.h. eine Kindergärtnerin, die einen individuellen Lebensstil hat und sich abends ihr Gläschen Rotwein gönnt, die verliert ihren Job, weil sie den Kontakt zu Kindern verboten bekommt. Wer die Nachbarskinder mal mit zur Schule nimmt, beim Fußballtraining aushilft oder die Hausaufgaben betreut, muss sich auch registrieren lassen.

Und das ist noch nicht alles, denn JEDER ist verdächtig. Es ist nicht mal notwendig, das 14-seitige Formular auszufüllen, mit dem mutmaßliche Täter gemeldet werden. Hinweise aus der Öffentlichkeit oder Zeitungsberichte können als Grundlage dienen für die ISA, aktiv zu werden.

Außerdem erstellen alle ISA-Mitarbeiter Risiko-Profile von verdächtigen Personen und dürfen dazu "Interessen, Einstellungen, Beziehungen und Lifestyle" untersuchen.

Einem Kriminalkommissar wurde sogar verboten, seinen neunjährigen Enkel bei einem Fußballspiel zu fotografieren. Bereits gemachte Aufnahmen musste er löschen.

Ich kotze bei soviel Paranoia!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

An alle meine Twitter Follower

Scheisse. Sorry für die Obszönität, aber ich kann es nicht besser ausdrücken. Mit meinem Twitteraccout stimmt etwas nicht mehr. Ich empfange weder Tweets von meinen Gefollowten, noch könnt ihr meine Tweets sehen, obwohl ihr mir ganz offiziell noch folgt. Nur wenn ihr das Twitterprofil aufruft. Aber Updates erhaltet ihr keine mehr. Weiß nicht, was da passiert ist. Kennt jemand das Problem?

So wie es aussieht, muss ich mir einen neuen Account anlegen und 900 Leute wieder zusammensuchen. Bitte habt Verständnis, dass das erstmal ne Weile dauern wird ...

Ich werde euch hier mitteilen, wie der neue Account heißt, dass ihr mich wieder findet.

Was für ne Scheisse.

Edit 1: Habe gerade mal eine Person ge-unfollowt und gleich wieder gefollowt --> erhalte wieder Updates dieser Person. Aber das ganze 900 Mal??

Edit 2: Ein Freund hat es nun getestet. Wenn ihr mich auch erst un-followt und dann gleich wieder followt, erhaltet ihr meine Tweets wieder.

Edit 3: Erfahre gerade beruhigenderweise, dass ich nicht die einzige bin mit Twitterproblemen. Scheint was technisches zu sein und (hoffentlich) nicht von Dauer. FIX THIS OR DIE. (Ich glaube Sascha Lobo war es im Juli).

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Piratenpartei Mitgliedsausweis

















So, jetzt reichts mir. Ich warte doch nicht 10 Jahre, um ein Billigding wie er es hat in den Händen zu halten. Wo bleibt die Qualität?

Wer die Bastelanleitung will ... hat Pech. Steht unter meinem Patent. Haha!

*Für Bastelpatente*

Für Interessierte: Der Text ist allerdings cc.

Edit: Ein C hat sich zu viel eingeschlichten. Arg.

*Gegen Cs*

Dienstag, 6. Oktober 2009

Sanktionen wegbloggen

"Das können die doch nicht machen. Ein bisschen was MÜSSEN die dir doch zahlen!"

Wie oft habe ich alleine unter meinem Bekanntenkreis diese oder eine ähnliche Aussage gehört, wenn es um das Thema Hartz4, ALG, Leistungen und Sanktionen geht. Hier eine allumfassende Kollektivantwort für alle, denen obiger Satz so oder in ähnlicher Form auch schonmal über die Lippen kam bzw. in Gedanken herumirrt:

"Müssen sie, ja. Tun sie aber nicht."

Und selbst das "müssen" ist eher moralisch denn gesetzlich zu verstehen, da es z.B. allein im letzten Jahr knapp 100.000 Mal dazu kam, dass unter 25-jährigen (der Rest nicht mitgezählt!) die "Leistungen" um 100% gekürzt wurden. Und das völlig legal. Gründe dafür sind vermeintliche oder tatsächliche Verstösse gegen die Auflagen.

Kleine Anekdote aus meinem Privatleben ... ein sehr guter Freund wurde zu einem "Bewerbungskurs" über 2 Wochen verdonnert. Wenn er keine Arbeit hat, kann es ja nur daran liegen, dass er zu blöd ist, sich korrekt zu bewerben. Thema: Wie bewerbe ich mich richtig im Internet. Eigentlich wollte er gar nicht hingehen, aber da er weiß, dass er netzversiert ist, wollte er sich das bisschen Spaß gönnen und nahm teil. Ende vom Lied waren u.a.:

  • Teilnehmer, die eigentlich schon einen Job hatten
  • Teilnehmer, die so wenig Deutsch konnten, dass sie ihre Enkel als Dolmetscher mitbringen mussten
  • Fahrtkostenanträge, die man auch ausfüllen musste, wenn man gar nicht wollte (weil man 20 m neben dem Kursgebäude wohnt und eh nichts erhalten würde)
  • Kursleiter, die komplett im falschen Kurs waren, währenddessen die echte Leiterin nicht auffindbar war
  • die "echte" Kursleiterin, die (sic - nicht übertrieben) nicht wusste, wo sie einen URL einzugeben hatte und nach eigener Aussage nur mit Rechnern arbeiten konnte, auf denen Google installiert ist (aber den Teilnehmern zeigen soll, wie man sich im Netz richtig bewirbt)

So, und wenn man nun z B. an diesen hilfreichen Kursen nicht teilnimmt, bekommt man Saktionen auferlegt = Das Geld, was schon am Existenzminimum orientiert ist, wird nun NOCH mehr gekürzt. Wenn der normale Regelsatz bereits das staatlich festgelegte Existenzminimum ist, wo ist man dann, wenn es noch weniger ist? Bei 100%-iger Kürzung ist man dann nicht nur zum Verhungern verurteilt (es sei denn Bekannte, Freunde,Tafeln oder Volksküchen springen ein) , sondern verliert ebenfalls Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie die Kosten für Unterkunft. Ohne Dach, ohne Gesundheitsversorgung und ohne Essen - das nennt der Staat noch menschenwürdig?

Ich mache mit bei der Initiative Sanktionen wegbloggen, um gemeinsam mit anderen solidarischen Blogs eine unter vielen Fehlentwicklungen in der Gesellschaft zu korrigieren.